DIE ZEIT: Was hat der Film AI - Künstliche Intelligenz mit Künstlicher Intelligenz zu tun?

John R. Searle: Nichts.

DIE ZEIT: Gar nichts?

John R. Searle: Er beschreibt eine Fantasie, in der ein Roboterkind angeblich Gefühle der Liebe für seine organische Adoptivmutter hegt. Das hat nichts mit Künstlicher Intelligenz zu tun, wie sie ursprünglich verstanden wurde, und auch nichts mit der Zukunft der Künstlichen Intelligenz.

DIE ZEIT: Warum nicht?

John R. Searle: Ganz einfach, weil das Roboterkind im Film Bewusstsein haben soll, wir aber auf der Basis von KI-Theorien keine Möglichkeit haben, Bewusstsein herzustellen. Bei Künstlicher Intelligenz, wie sie sich gegenwärtig darstellt, geht es nur um die Entwicklung von Computerprogrammen. Und diese werden nun einmal ganz und gar durch die Manipulation von Symbolen definiert. Nullen und Einsen anzuhäufen schafft aber noch kein Bewusstsein. Bei traditioneller KI geht es um die Simulation von kognitiven Fähigkeiten des Menschen. Im Film geht es um Bewusstsein. Es gibt aber keine Brücke zwischen AI und Bewusstsein.

DIE ZEIT: Träumen nicht Leute wie Ray Kurzweil genau von solchen Robotern, wie wir sie in AI erleben?