Basels Beben Seismologen nennen Basel und San Francisco oft in einem Atemzug - beide sind erdbebengefährdet. Die Wahrscheinlichkeit für ein Baseler Beben liegt zwar eher im mittleren Bereich. Doch Chemiefabriken, nahe gelegene Kernkraftwerke und Staudämme potenzieren das Risiko. Auslöser ist die anhaltende Verschiebung der europäischen gegen die afrikanische Kontinentalplatte. Sie bescherte Basel zum letzten Mal 1356 ein verheerendes Beben. Dessen Herd haben jetzt Seismologen aus der Schweiz und aus Frankreich ausfindig gemacht (Science, Bd. 293, S. 2070). Die acht Kilometer lange Bruchzone stößt an die südliche Stadtgrenze Basels. Mithilfe von Schall- und Radarwellen sowie Messungen des elektrischen Widerstands im Boden fanden die Forscher die unterirdische Steilkante. Gesteinsproben deuten auf insgesamt drei schwere Beben in den vergangenen 8500 Jahren hin. Wann es das nächste Mal kracht, ist ungewiss. Die Seismologen schätzen die Wiederholungsrate auf 1500 bis 2000 Jahre.

Tierische Alkoholtherapie Ein Versuch mit alkoholabhängigen Ratten nährt die Hoffnung auf Medikamente für Alkoholiker. Im Journal of Neurochemistry (Bd. 78, S. 1094) berichten amerikanische Wissenschaftler über eine erfolgreiche Gentherapie, nach der die Ratten ihren starken Alkoholkonsum auf fast die Hälfte reduzierten. Das eingeschleuste Gen vermehrte die Rezeptoren im Hirn, an die der Botenstoff Dopamin ankoppelt. Alkoholabhängige leiden unter einem Mangel an Dopaminrezeptoren. Acht Tage nach der Therapie stieg der Alkoholkonsum der Ratten an, konnte aber durch erneute Behandlung wieder gesenkt werden.

Grünere Welt Die Erde wird grüner. Zumindest auf der Nordhalbkugel stellen Geowissenschaftler eine Zunahme an Bäumen, Gras und Büschen fest. Dabei wuchs nicht die begrünte Fläche, sondern die Dichte der Vegetation. Ein Vergleich von Satellitenaufnahmen aus den vergangenen 21 Jahren zeigt außerdem stark verlängerte Sommer (Journal of Geophysical Research, Bd. 106, S. 20). In Europa und Asien kommt der Frühling heute eine Woche früher, der Herbst dauert zehn Tage länger. Diese Verschiebungen hängen direkt mit dem globalen Temperaturanstieg zusammen. Findige Staaten könnten die dichtere Vegetation als zusätzliche Kohlendioxidsenke geltend machen, schlägt ein Autor der Studie vor.