Natascha, 19, grüßt mich lieb und verspricht ein geiles Foto, Jamie9280 verkauft Mittel zur Brustvergrößerung, George preist die Segnungen von Viagra, und The Online Psychic möchte mir die Hellseherei via Internet schmackhaft machen.

Tag für Tag landen derart dümmliche Offerten in meinem E-Mail-Postfach, und täglich werden es mehr. "Spam" heißt dieser werbliche Unfug im Netzjargon, benannt nach einem Monty-Python-Sketch, dessen Dialog fast ausschließlich mit diesem Nullwort bestritten wird: "Spam, spam, spam, spam, lovely spam, lovely spam." Das ist sehr lustig.

Beim täglichen Spam-Schwall, der da über das Postfach hereinbricht, vergeht einem das Lachen allerdings. Angesichts der albernen Angebote und Werbebotschaften von vollendeter Bescheuertheit fällt es zunehmend schwer, die Contenance zu wahren. Die Reaktionen schwanken zwischen Wut und Verwunderung: Wut einerseits, da man so gut wie nichts gegen das werbende Gesindel unternehmen kann, das ungeniert seine digitalen Duftmarken in jedermanns Postfach setzt. Verwunderung andererseits darüber, mit welchen Werbemails offensichtlich Geld verdient werden kann (könnte man es nicht, der ekle Spuk wäre ja schon längst vorbei).

Man muss, so scheint's, seine Kunden nur dreist genug belügen, dann ist kein Angebot zu windig, keine Offerte zu unseriös und kein Deal zu schmierig, als dass sich nicht genügend Interessenten fänden, die bereit wären, für haltlose Versprechungen von ewiger Jugend und Glückseligkeit etwas springen zu lassen.

Die Vorstellung, dass es Menschen gibt, die auf diesen Hirnschlamm hereinfallen, kann einem schon die eine oder andere schwermütige Stunde bescheren.

Allein - wo aber Gefahr ist, singt der Dichter, wächst das Rettende auch

und siehe da, es gibt einen Hoffnungsschimmer zur finalen Lösung des Spam-Problems: Sollen sich die Spammer doch gegenseitig auslöschen. Ein Anfang ist gemacht: Die Server des britischen Spam-Versenders Pipex brachen bereits unter der Last von zwei Millionen Werbemails eines kanadischen Kollegen zusammen. Na also, geht doch.