Auf rund eine viertel Milliarde Dollar - mal mehr, mal weniger - schätzen Experten das Vermögen von Osama bin Laden und seiner Organisation Al-Qaida.

Der mutmaßliche Drahtzieher der Terrorakte in New York und Washington soll sich in Afghanistan aufhalten. Wo das Geld steckt, mit dem er die Anschläge finanziert haben soll, ist unbekannt. Schweizer Nummernkonten, Steueroasen im Pazifik, Banken im Irak - Finanzfahnder suchen auf der ganzen Welt nach den Millionen des Terrors. Bislang mit wenig Erfolg.

Mike Slattery hat bereits der US-Regierung geholfen, die Gelder des irakischen Diktators Saddam Hussein zu finden und einzufrieren. Heute ist er Vizepräsident der weltweit operierenden Detektei Kroll Associates. "250 Millionen Dollar ist eine Menge Geld", sagt er. "Das muss doch irgendwo aufzuspüren sein." Nur wo?

Fahndung nach 169 Konten

Der erste Verdacht fällt auf die Schweiz. Anonyme Nummernkonten und Bankgeheimnis reizen Menschen, die wenig über Geld reden. Nicht zum ersten Mal wären Schweizer Banken in illegale Transaktionen verwickelt. Erst vor einem Jahr fiel auf, dass sechs von ihnen dem früheren nigerianischen Diktator Sani Abacha geholfen hatten, 660 Millionen Dollar außer Landes zu bringen. Im Zusammenhang mit der Suche nach Geldern der afghanischen Taliban wurden vor kurzem "Vermögenswerte von weniger als einer Million Franken gesperrt", bestätigt Evelyn Kobelt vom Staatssekretariat für Wirtschaft. Die Sperrungen gehen auf das Embargo zurück, das die Vereinten Nationen bereits vor zwei Jahren gegen die Taliban verhängt hatten.

Am Montag haben die Vereinten Nationen ihre Fahndungsliste aktualisiert.

Konten von 169 afghanischen Unternehmen und Personen sollen blockiert werden.