:Ödön von Horváth: Dass er ein Heimatloser war, darauf bestand er. Kein Ungar, kein Österreicher, kein Deutscher, nur Ein Kind unserer Zeit (wie sein letzter, 1938 beendeter Roman heißt). Nur einmal ließ Horváth sich zu dem Stoßseufzer hinreißen: "Wenn ich nur wieder in Murnau sein könnte!" Und das hatte eher mit der Frau zu tun, an die er es schrieb.

Für Lokal(kultur)politiker, Touristiker und andere umtriebige Menschen aber sind solche Sätze Gold. Und in Murnau am Staffelsee, in Oberbayern also, wo Horváths Eltern ein Sommerhaus hatten und er dem Volk aufs Maul schaute, bis seine Bücher brannten und er aus Deutschland verschwinden musste, begeht man zum 100. Geburtstag des Frühverstorbenen die "Horváth-Tage" (27. September bis 14. Oktober) und zu ihrem Auftakt ein Internationales Horváth-Seminar.

Mit Ausstellungen, Aufführungen, Podiumsdiskussionen und einer "Lesung mit Zithermusik im Wettersteingebirge" samt Wanderung. Information: Verkehrsamt Murnau, Tel. 08841/ 614 10, www.murnau.de

Horváth hätte seine Freude an den Horváth-Tagen gehabt. Vielleicht hätte er ein Stück darüber geschrieben.