Das überraschende Angebot des Maschinenbauers INA Schaeffler KG, den Konkurrenten FAG Kugelfischer per Barabfindung zu übernehmen, bringt nicht nur den FAG-Vorstand in die Bredouille, sondern auch die IG Metall: Denn sie ist uneins.

Schon unmittelbar nach Bekanntwerden des Angebotes hatten die Betriebsräte und Vertrauensleute der FAG dagegen mobil gemacht. Und auch der Bezirksleiter der IG Metall Bayern und stellvertretende FAG-Aufsichtsratsvorsitzende, Werner Neugebauer, fürchtet offenbar vor allem um die FAG-Arbeitsplätze.

Strategisch, so der Gewerkschafter, mache eine Übernahme überhaupt keinen Sinn.

Das sieht der Erste Bevollmächtigte der IG Metall in Erlangen, Wolfgang Niclas, anders. Niclas, in dessen Zuständigkeitsbereich die INA fällt, hält den Vorstoß der Herzogenauracher wirtschaftlich für sinnvoll, auch wenn ihm "die Art" nicht gefällt.

Auf eine gemeinsame Position zu dem Übernahmeangebot haben sich weder die Arbeitnehmervertreter noch die IG-Metall-Funktionäre bislang einigen können.

Aber eines schwören Neugebauer und Niclas unisono: "Wir lassen uns weder von der FAG noch von der INA instrumentalisieren." Die verhängnisvolle Rolle des IG-Metall-Chefs Klaus Zwickel rund um die Millionenabfindungen für Mannesmann-Manager gilt ihnen als warnendes Beispiel. mhf