Kairo, den 23. September 1981, vierzehn Tage vor der großen Parade.

Khalid al-Islambuli, ein 24 Jahre alter Oberleutnant der ägyptischen Armee, erhält den Befehl zur Teilnahme. Doch überraschenderweise macht er Ausflüchte, versucht sich mit familiären Pflichten zu entschuldigen - er könne unmöglich mitmarschieren. Sein Vorgesetzter hört kaum hin und schlägt Islambuli seine Bitte rundweg ab. Der junge Offizier gehorcht: "Ich füge mich. Der Wille des Herrn geschehe."

Niemand hört den düsteren Unterton in diesem Seufzer der Ergebung. Zwar weiß man von Islambulis Frömmigkeit, als Fanatiker jedoch ist er nie aufgefallen.

Auch seine Zugehörigkeit zur Gama'at al-Islamiyya, der neben den Muslimbrüdern wohl gefährlichsten radikal-islamistischen Splittergruppe Ägyptens, scheint innerhalb der Armee nicht bekannt zu sein.

Drei Tage später schart Islambuli drei gleich gesinnte Komplizen aus der Gama'at al-Islamiyya um sich: Abd as-Salam Farag, 27 Jahre alt, Elektroingenieur, Ata Tayel Hemeida Reheil, ebenfalls 27 Jahre alt, Reserveoffizier und als Ingenieur tätig, sowie Hussein Abbas Muhammad, der an der Schule für Zivilverteidigung arbeitet und sieben Jahre lang Armeemeister im Schießen war. Im Haus eines gemeinsamen Freundes erläutert Islambuli seinen spektakulären Plan: Er werde bei der Parade eine Kolonne aus zwölf, von schweren Zugmaschinen bewegten 131-Millimeter-Kanonen anführen. Die Mitverschworenen sollen gefälschte Ausweise bekommen, die ihnen Zugang zum Aufmarschgelände verschaffen, auch werde er dafür sorgen, dass sie bei ihm in der ersten Zugmaschine säßen. Und dann würde es geschehen, vor aller Augen ...

Die vier Männer wissen, ja sie hoffen, dass ihre Tat, ob sie nun gleich sterben oder erst später hingerichtet werden, im Märtyrertod ihre Erfüllung findet. Sie schwören einander Treue und Verschwiegenheit

das nächste Treffen soll erst eine Woche später stattfinden.