Ganz Fußball-Deutschland spielte am Wochenende, nur Jena nicht. Das war schon mal so, vor dreieinhalb Jahren. Am 23. April 1998 brach unser Mittelfeldspieler Axel Jüptner nach dem Vormittagstraining zusammen. Zwei Tage später starb er. Die Partie gegen Unterhaching wurde verlegt - um drei Tage. Das Nachholspiel geriet zur Totenmesse: Blumenaltar am Stadiontor, getragene Musik, der Fanblock sang: UND WIR HABEN EINEN GOTT: AXEL JÜPTNER!

Der Himmel schüttete sich leer. Wir führten rasch. Kurz vor der Pause schoss Bernd Schneider ein Hammertor. Das Stadion tobte. Schon hatte der Fußball uns wieder. In den letzten sieben Minuten drehte Haching das Spiel. Wir verloren 2:3 und stürzten aus der 2. Liga, aber wie hätten wir Axels Todesspiel als Sieg bejubelt?

Unser Platz ist völlig aufgeweicht, sagte am Freitag Lothar Berndt vom OFC Neugersdorf. Rufense morgen noch mal an, da fällt die Entscheidung. - Sie fiel am Samstagabend. Das Jena-Spiel wird verlegt, sagte Berndt. Wissense, es ist einem derzeit auch nicht nach Fußball.