Rauschenberg-Poster Der Amerikaner Robert Rauschenberg, König der Pop-Art, verwandelt alles, was er anfasst, mit scharfem Blick und leichter, sicherer Hand in Kunstobjekte. Alles kann der Kunst dienen, alles hat seine Schönheit und Berechtigung, so seine fixe Idee. Es scheint, als wäre ihm kein Mittel zu banal, um zu beweisen, wie eng Kunst und tägliches Leben miteinander verzahnt sind. Unter diesem Motto fertigt er, nun Mitte 70, seit 40 Jahren auch wunderbare Künstlerplakate - für eigene Ausstellungen, für Film und Theater, aber auch für politische und soziale Zwecke. Hamburg bietet jetzt Gelegenheit zu einem Blick auf den hierzulande am wenigsten bekannten Teil des Werks, der jedoch der öffentlichste ist: die werbliche Plakatkunst Rauschenbergs. Verschwenderisch collagiert er da Fotos, gezeichnete Motive und Handgeschriebenes, sodass die Blätter nicht nur plakativ, farbig und vital, sondern auch poetisch und verzaubert wirken. Ich bin ein romantisch veranlagter Effekthascher, charakterisierte sich der Künstler selbst einmal.

Und genau das macht den Charme seiner Plakatkunst aus.

Bis 28.10., Hamburg, Museum für Kunst und Gewerbe, Steintorplatz, Di-So 10-18 Uhr, Do 10-21 Uhr, Eintritt 16 Mark. Internet: www.mkg-hamburg.de