Es ist ein anderes Bild, das bei mir bleibt. Ich sehe einen Mann im Fall. Er stürzt kopfüber. Sein Körper ist gestreckt, seine Arme liegen eng an. Er gleitet an der Fassade des World Trade Centers vorbei. Er hat ein Gesicht. Er scheint in die Fenster zu sehen. Er wirkt ruhig. Erlöst von der Hitze, die ihn in die Tiefe trieb. Er trägt ein weißes Hemd. Er hat die Ärmel hochgekrempelt.

Als die Nacht auf die Stadt fällt am Ende des dunkelsten Tages, leuchtet das World Trade Center noch einmal. Es sind nicht mehr die Lichter in den Büros der Geschäftsmänner, die wieder zu lange arbeiten. Nicht die Scheinwerfer über der Tanzfläche im 107. Stock, wo heute abend Swing Night gewesen wäre. Es sind die Flutlichter, die auf die Stümpfe gerichtet sind, die geblieben sind von den größten und stärksten Türmen, die die größte und stärkste Stadt im größten und stärksten Land jemals baute. Grell und weiß flutet das Licht den Ort der Katastrophe, steril wie in einem Operationssaal. Doch es ist nur noch eine Obduktion.

Als ich nach Mitternacht nach Hause fahre, durch eine verstummte Stadt, schmecke ich die Asche in meinem Mund. Und ich merke, dass es nicht nur der Beton und der Stahl ist, den ich schmecke. Sondern auch das Fleisch, das die Körper formte, die verkohlt sind.
Vor den Krankenhäusern stehen immer noch Schlangen von Menschen, die Blut spenden wollen. Ich sehe ihre Hautfarben, ihre Bärte, ihre Gewänder. Das Blut von Juden wird in Moslems fließen, das von Christen in Hindus. Das Blut vermischt sich jetzt. Es ist nur noch eine Flüssigkeit.