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Im Nationalpark der Cevennen gerät der Landschaftsflaneur unter Geier. Mithilfe des Wanderführers Cevennen und Languedoc (von Hans-Georg Dessau; DuMont Buchverlag, Köln 2001; 136 S., 23,90 DM) findet er viele Wege zu den wilden Aasfressern in den Tälern des Tarn, kann aber auch hugenottisches Kamisardengebiet und Kastanienwälder durchstöbern. 35 Tourenbeschreibungen inklusive detaillierter Wanderkarten, Höhenprofile und Fotos zeichnen diesen Routenplaner aus, der wie Bergstiefel und Proviant zur Grundausstattung durch Frankreichs zerklüfteten Süden gehört. Auch für Elba, den Spanischen Jakobsweg, die Sächsische Schweiz und die Schwäbische Alb sind in der Reihe DuMont aktiv gerade praktische Anleitungen für Fußgänger erschienen.

Cool dabei sein - zu jeder Tages- und Nachtzeit, lautet die Devise der unkonventionellen Führer aus der Reihe Prinz. City Guides im Jeanstaschenformat wie München (Graefe und Unzer Verlag, München 2001; 192 S., 15,90 DM), aber auch Rom und Wien wollen junge Städtereisende auf die Piste locken. Schluss mit der Überfütterung durch historische Daten. Kein Zutexten mehr mit bildungsbürgerlichen Exkursen. Hier ist der Untergrund Trumpf. Ausgehend von zentralen U-Bahn-Stationen, werden in einem Radius von ein paar Gehminuten die angesagten Stadtteile mit In-Adressen angepeilt: jede Menge Konsum mit einer Prise Kultur. Die herausnehmbare Extrakarte dient der Straßenfindung, führt aber auch mit einem Spezialindex zielsicher zu Szenekneipen, Discos und Kinos.

Vorurteile und Feindbilder fordert der Reise Know-How Verlag mit der Reihe "KulturSchock" zum Aussterben auf. So nimmt der Journalist Manfred Ferner in KulturSchock Türkei (Reise Know-How, Bielefeld 2001; 264 S., 29,50 DM) eine kulturelle Identität unter die Lupe, die an der Nahtstelle von Orient und Okzident zwischen Tradition und Moderne, zwischen Islam und Christentum oszilliert. Mit profunder Sachkenntnis referiert der Autor die Entwicklung von Geschichte und Religion, die Probleme von Landflucht und Verstädterung. Zur interkulturellen Verständigung beschreibt er Fasten- und Reinheitsrituale sowie persönliche Erfahrungen mit der Gastfreundschaft. Ein Praxisteil regelt wichtige Alltagsfragen. Davon profitieren Leser, die mehr wollen, als Sonne tanken.