die zeit: Die größten Versicherungsfälle entstanden bislang durch Naturkatastrophen. Das hat sich geändert. Wie berechnen Sie das Risiko eines Terroranschlags?

Wallin: So etwas ist schwer. Bei Naturkatastrophen schauen wir uns ja nicht nur mögliche Zerstörungen an, sondern auch die Wahrscheinlichkeit, dass es zu einem Erdbeben oder Wirbelsturm kommt. Ich weiß nicht, wie man die Eintrittswahrscheinlichkeit eines Terroranschlages berechnen könnte. Andererseits wollen sich unsere Kunden gegen diese Art von Gefahr absichern. In der Vergangenheit sind nach Kriegen oder Anschlägen die Versicherungsprämien sehr stark gestiegen, bis die Balance zwischen den Prämieneinnahmen der Versicherer und den Schadensummen wieder stimmte. Das wird auch jetzt wieder passieren.

zeit: Es heißt, die Versicherungsprämien könnten um bis zu 30 Prozent steigen.

Wallin: Das hängt vom jeweiligen Risiko ab. Ein Autofahrer muss sicher nicht fürchten, dass seine Prämien um ein Drittel steigen. Wer aber ein Hochhaus versichern will, dazu in einer exponierten Gegend, wird wohl einen höheren Aufschlag als 30 Prozent zahlen müssen. Und wenn es darum geht, terroristische Attacken abzudecken, werden sich die Prämien sogar vervielfachen.

zeit: Steigende Prämien bedeuten höhere Einnahmen. Profitieren Sie langfristig von der Katastrophe?

Wallin: Weil sich das Angebot an Rückversicherungen für große Risiken nun verknappt, die Nachfrage aber steigt, werden wir bessere Geschäftsaussichten haben.