Putins Deutschlandbesuch beschäftigt die "Süddeutsche Zeitung". Der russische Präsident hat seine Bereitschaft signalisiert, über die Aufnahme Russlands in die Nato Gespräche zu führen. Außerdem kündigte er an, Russland werde sich gemeinsam mit Amerika stärker im Kampf gegen den Terror engagieren. "Putin will Nato-Beitritt Russlands" titelt das Blatt aus München.

"Der Tagesspiegel" wendet den Blick nach Nahost, wo sich gestern in Gaza Palästinenserpräsident Arafat und Israels Außenminister Peres getroffen haben: "Arafat und Peres planen Waffenruhe".

Beharrlich führt die "Bild" ihre moralische Richterkampagne im Fall Kock am Brink gegen Christiansen fort: "Wer lügt hier?" fragt die Zeitung rhetorisch und führt im medialen Indizienprozess Beweise vor, die belegen sollen, dass sich Ulla Kock am Brink nicht am 11. Juli in Christiansens Mann verliebt haben kann, wie die "Cash"-Moderatorin in einem Interview erläutert hatte.

Blumen für Nahost?

"Gänseblümchendiplomatie" nennt die "Süddeutsche Zeitung" die Beziehungen zwischen Peres und Arafat, getreu dem Motto: "sie treffen sich,... sie treffen sich nicht,... sie treffen sich...". Gestern haben sie sich getroffen. Doch auch hierzulande glaubt wohl keiner, dass das Gespräch zwischen dem israelischen Außenminister und dem Palästinenser-Führer zu einem schnellen Ende der Gewalt führen könnte. "Das Ergebnis ist natürlich nicht der Durchbruch", schreibt die "Süddeutsche", "sondern reiht sich ein in eine lange Liste der Bemühungen. [...] Was an Konkretem vereinbart wurde - die Sicherheitskooperation und ein teilweiser Rückzug der israelischen Armee -, war auch früher immer wieder beschlossen worden und hat eine Halbwertszeit bis zum nächsten Gewaltausbruch. Die beiden Männer haben nicht die Macht, etwas Bleibendes auszuhandeln." Sehr viel mehr hänge davon ab, so der Autor, wie Scharon und die Hamas-Terroristen handelten.

"Immerhin" überschreibt hingegen die "Frankfurter Allgemeine" ihren Kommentar. Auch wenn die Aussichten auf eine dauerhafte Waffenruhe noch gering seien - "es ist immerhin gut, dass in einer Zeit, da ein umfassender Feldzug gegen den nahöstlichen Terrorismus im Gange ist, auch Israelis und Palästinenser wieder miteinander reden."

Scharon müsse darüber hinaus auch ein Mindestmass an Realismus abverlangt werden, schreibt Ewald Stein im "Handelsblatt". Seine alte Forderung, Voraussetzung für neue Gespräche seien mindestens 48 Stunden ohne Gewalt, zielten ins Leere. "Sie kann sogar als bewusste Verzögerungstaktik ausgelegt werden." Palästinenser und Israelis müssten wissen, dass sie in der Pflicht sind: "Ein weiteres verlorenes Jahr würde für den gesamten Globus unkalkulierbare Risiken bergen."