Man muss zur "Frankfurter Allgemeinen" greifen, um die wirklich bemerkenswerte Nachricht des gestrigen Tages serviert zu bekommen: "Die UCK erklärt sich für aufgelöst", lautet die Schlagzeile des zweiten Aufmachers. Es ist kaum zu glauben, aber in Mazedonien scheint tatsächlich einmal eine Friedensmission zur rechten Zeit gekommen zu sein. Hoffen wir, dass es so erfolgreich weitergeht. Den Titelplatz bei den Frankfurtern nimmt allerdings eine weniger erfreuliche Meldung ein: "Schweizer Amokläufer tötet vierzehn Politiker".

Die Furcht vor einer großen Rezession beschäftigt die deutsche Wirtschaft und damit auch das "Handelsblatt": "Wirtschaft drängt auf Konjunkturhilfe". Die Bedürftigen - Rolf E. Breuer, Ron Sommer, Ferdinand Piech, Jürgen Schrempp, Jürgen Weber, Ronald Berger - verlangen von der Regierung eine milliardenschwere Sozialhilfe für die deutschen Unternehmen. Wir sagen nur: Wisconsin. Schluss mit der Anspruchshaltung - Anleitung zur Selbsthilfe ist angesagt!

Ernte und Fuchs

Wie ein stimmungsvolles Herbstbild passen die Namen für die Mazedonieneinsätze der Nato zusammen: Nach der Ernte ('essential harvest') kommt nun die Fuchsjagd ('amber fox'). Dass man sich dieser Idylle erfreuen kann, liegt nicht nur an dem finsteren Kontrastbild der New Yorker Terroranschläge, neben denen die Balkan- Probleme - ausnahmsweise einmal - beinahe klein erscheinen. Es hat auch etwas mit Erfolg zu tun. "Mazedonien macht Mut", schreibt Nikolaus Blome in der "Welt": Nato und EU ist es gelungen, die Feuerteufel vorerst unter Kontrolle zu bringen - bevor sie erst das kleine Land und dann die ganze Region in Brand setzen konnten. Die 30-tägige Präsenz der Allianz war eine durchaus geglückte Premiere in Sachen diplomatisch-militärischer Vorbeugung. Und mit der Übernahme des Nachfolgekommandos tritt Deutschland wiederum ein gutes Stück tiefer in die internationale Arbeitsteilung der Großen ein."

Auch die "Süddeutsche Zeitung" betont die Bedeutung des Schauplatzes für die internationale Stellung unseres Landes: "Sicherlich wird der Balkan derzeit von der Weltkrise um den Terror in den Hintergrund gedrängt. Für Deutschland aber bleiben Bosnien, der Kosovo und Mazedonien im Mittelpunkt der Außenpolitik. Nirgendwo anders ist Deutschland so stark engagiert." Und so soll es auch bleiben, hoffen zumindest viele angesichts drohender Bündnisverpflichtungen in noch heikleren Krisenkontexten.

Doch der Balkankonflikt lässt sich vom bevorstehenden "Krieg" gegen den Terrorismus nicht wirklich trennen. Darauf weist Bettina Gaus in der "tageszeitung" hin. Es sei durchaus möglich, "dass die Vereinigten Staaten ihre bislang freundliche Haltung den albanischen Rebellen gegenüber ändern, denen ja auch Kontakte zu Islamisten und sogar zu Usama Bin Laden selbst nachgesagt werden. Das könnte zu Auseinandersetzungen im Kosovo führen, die auf Mazedonien nicht ohne Einfluss blieben. Der Auftrag an die Bundeswehr ist durch die globale Entwicklung nicht einfacher geworden."

Cowboy oder Sheriff?