EU-Kommissionspräsident Romano Prodi flatterte ausgerechnet im Europäischen Jahr der Sprachen ein blauer Brief ins Haus. Betrifft: Diskriminierung von Bürgern nichtenglischer Muttersprache. Wie halte es eigentlich die Kommission, so will die Europa Esperanto-Unio vom (wenig sprachgewandten) Italiener wissen, mit der Gleichberechtigung unter Europäern? Wo doch gleich eine ganze Reihe von ihren Zulieferern, im Brüsseler Jargon "technische Unterstützungsbüros", in Stellenausschreibungen auf "native English" besteht. Wohlgemerkt: auf Englisch als Muttersprache und nicht mehr nur auf vorzüglicher Sprachbeherrschung.

Die Liste der Sündenfälle reicht vom Studentenprogramm Socrates bis zum Osteuropa-Hilfsprogramm Tacis/Phare. Peinlich für Prodi, hatte doch seine griechische Sozial- und Gleichstellungskommissarin Anna Diamantopoulou erst kürzlich akkurat dargelegt, wie sehr das Kriterium der Muttersprache mit der Freizügigkeit von Arbeitnehmern in der Gemeinschaft unvereinbar und "diskriminatorisch" sei. Sie war nur fair. Und ihr Chef? Darum: Encore un effort, Signor Presidente! van