die zeit: Professor Sachs, wie hart wurde die Weltwirtschaft am 11.

September getroffen?

Jeffrey Sachs: Es könnte zu einer enormen Belastung kommen. Allein der Kursverfall an der Börse vergangene Woche bedeutet einen Vermögensverlust von zwei Billionen Dollar. Die generelle Verunsicherung wird sich nicht nur im Rückgang von Reisen und Konsumausgaben zeigen, sondern auch in weniger oder verzögerten Investitionen.

zeit: Wovon hängt das Ausmaß des Schadens ab?

Sachs: Davon, ob das globale Business beeinträchtigt wird - etwa durch Kampfhandlungen, die die Lieferströme für Unternehmen unterbrechen oder die Ölpreise steigen lassen. Deshalb ist es wichtig, die globale Infrastruktur intakt zu halten - also militärische Antworten klug zu begrenzen und mit Diplomatie die Stabilität des Ölmarkts zu sichern.

zeit: Wie soll das gehen?

Sachs: Amerika hat Freunde unter den Opec-Ländern, viele hängen sicherheitspolitisch von den USA ab. Einige können jetzt auf amerikanische Sorgen reagieren. Venezuela hat letzthin zur Steigerung der Opec-Preise beigetragen - jetzt sollte das Land sie stabilisieren.