Als David Stirling Verletzungen auskurierte, die er sich bei einem Fallschirmsprung zugezogen hatte, machte er sich Gedanken über die Fortsetzung des Krieges. Der britische Captain hatte eine Idee. Eine besonders ausgebildete Einheit sollte hinter den feindlichen Linien abspringen. Das war im Zweiten Weltkrieg. Stirling wollte den Plan seinem Kommandeur vortragen. Die Wache ließ ihn nicht durch. Also sprang er, soweit war er genesen, über den Zaun. Das war der Anfang von Special Air Service.

Der erste Einsatz kam im Dezember 1941 - gegen das deutsche Afrika-Korps unter dem legendären "Wüstenfuchs" General Rommel.

Am vergangenenen Wochenende meldeten britische Zeitungen, SAS-Kommandos seien bereits in Afghanistan gelandet. Ihnen kommen - neben den 35 000 amerikanischen Elitesoldaten der Delta Force, der Green Berets, der US-Rangers und der Navy Seals - entscheidende Aufgaben zu. Die maskierten Kämpfer sind mit modernster Elektronik ausgerüstet. Mit Global-Positioning-Geräten kann der einzelne Soldat Satelliten anpeilen und seine Position auf einige Meter genau feststellen. Nachtsichtgeräte erlauben ihm auch in der Dunkelheit, seinen Gegner ins Visier zu nehmen.

Wärmesuchgeräte ermöglichen es, selbst in völliger Finsternis Menschen zu "sehen".

Wenn erst einmal ein Lager aufgeschlagen ist - wahrscheinlich von amerikanischen Fallschirmjägern der 82nd Airborne im Gebiet der Nordallianz - werden die Kommandos meist nachts ausrücken. Hubschrauber des 160th Special Operations Aviation Regiment, genannt Nightstalkers, bringen sie zu ihren Zielen. Diese werden ebenfalls mit High-Tech-Mitteln ausgekundschaftet: Satellitenaufklärung, U2-Spionageflugzeuge und Drohnen.

Aber es bietet sich an, auch eine uralte Kriegswaffe einzusetzen: Geld. So hat es der Gegner gemacht: Die Taliban konnten nach 1994 praktisch ungehindert auf Kabul vorrücken, weil sie ihre Feinde und die schwankenden Provinzherrscher schlicht bestochen hatten - mit Geld, das aus den Kassen bin Ladens floss. Der ehemalige Leiter des Institute of Defence Studies and Analyses, einem Think Tank des indischen Verteidigungsministeriums, Subrahmanyam, hat ein Szenario entworfen: Amerika müsste Hubschrauber und Kampfflugzeuge einsetzen, auf dem Boden aber nur Special Forces und keine regulären Truppen. Die Taliban hätten so viel Hass auf sich gezogen, dass viele in Afghanistan die Amerikaner als Befreier ansehen und sie bereitwillig mit Informationen versorgen würden.

Wenn zutrifft, was Time meldete, dann können die Eliteeinheiten solche Hilfe gebrauchen. Denn das Nachrichtenmagazin will erfahren haben, die Bush-Regierung erwäge, die Tötung von "Feinden Amerikas" wieder zu erlauben.