Der Kampf gegen den Terrorismus wird an vielen Fronten geführt", sagte der amerikanische Präsident Anfang der Woche - eine davon ist die finanzielle. George W. Bush will die Geldquellen internationaler Terrorbanden austrocknen. Die Konten von 27 Personen und Gruppierungen sollen gesperrt werden. Auf der schwarzen Liste stehen sowohl der als Terroristenführer gesuchte Osama bin Laden als auch seine Organisation Al-Qaida sowie weitere islamistische Vereinigungen - unter anderem aus Ägypten und Libyen.

Dennoch dürfte es schwierig werden, auf diese Weise das Geld zu finden, mit dem die Attentäter von New York und Washington finanziert wurden. Denn nicht einmal der US-Präsident kann anordnen, Konten auf der ganzen Welt zu sperren.

Sein Erlass verpflichtet daher ausschließlich amerikanische Finanzhäuser, Kundendateien nach den Namen auf der Liste zu durchsuchen und deren Bankverbindung zu kappen. Angesichts des globalen Netzwerks der internationalen Terroristen genügt im Prinzip eine einzige Bankfiliale in einem der zahlreichen Offshoreparadiese im Südpazifik, um den amerikanischen Traum von weltweit gesperrten Verbrecherkonten platzen zu lassen.

Ausland unter Druck

George W. Bush weiß das natürlich und setzt das Ausland mithilfe der wirtschaftlichen Macht seines Landes unter Druck. "Wer mit den Terroristen Geschäfte betreibt, macht keine Geschäfte mit den Vereinigten Staaten", sagte er auf einer Pressekonferenz im Rosengarten des Weißen Hauses. Bush gibt die Regeln vor, die Welt soll mitspielen: "Wenn uns fremde Banken und Regierungen nicht helfen, Konten einzufrieren, ist das US-Finanzministerium berechtigt, ihre Vermögen in den Vereinigten Staaten einzufrieren." Im Klartext: Wer die Spielregeln aus dem Weißen Haus ignoriert, kann in den USA nicht mehr investieren oder keine Aktien mehr handeln. Die Vereinigten Staaten nutzen ihren Status als größte Wirtschafts- und Finanzmacht aus, um entsprechende Gesetze in anderen Ländern durchzudrücken. Erste Erfolgsmeldungen machen die Runde: Ein Konto in England wurde gesperrt, mehrere Bankverbindungen möglicher Terroristen in Österreich, Dubai und den Vereinigten Staaten selbst werden überprüft.

Eine Liste zu erstellen ist eine Sache - Vermögen einzufrieren eine andere.

Die Vereinten Nationen hatten bereits im Herbst 1999 finanzielle Sanktionen gegen das in Afghanistan herrschende Regime der Taliban verhängt. Weltweit wurden 169 verdächtige Personen und Organisationen auf den Index gesetzt: unter ihnen die politische Führung der Taliban, aber auch afghanische Banken, Fluggesellschaften und andere Unternehmen. Erst vor wenigen Tagen wurde diese UN-Liste wieder aktualisiert. Deren Inhaber tauchen jetzt zum Teil wieder auf der Liste des US-Präsidenten auf.