Die neue Schreibweise scheint zu unterstreichen, dass das "ART FORUM BERLIN" aus den Kinderschuhen herausgewachsen ist, die Kleinschreibung ist Versalien gewichen, die Corporate Identity in Weiß auf Blau gibt sich großzügiger. Für die sechste Veranstaltung unter dem Funkturm (3. bis 7.

Oktober) hat man noch einmal alle Kräfte für einen starken Auftritt mobilisiert. Denn das Art Forum sieht sich gleich dreifachen Umbrüchen gegenüber, was die Organisationsform, Besitzverhältnisse der Anteile und den Hauptsponsor betrifft.

Größer, noch internationaler und ganz auf junge Positionen konzentriert, will sich das Art Forum mit unverwechselbarem Profil weiter behaupten. 177 Galerien aus 28 Ländern nehmen teil, 103 davon kommen aus dem Ausland.

Erstmals sind Aussteller aus Mexiko, Kuba, Israel, Nagoya, Island und sogar drei Galerien aus der Volksrepublik China dabei.

Hatte man der dramatischen Weltlage wegen befürchtet, die 13 amerikanischen Galerien würden einen Rückzieher machen, so haben alle ihre Zusage bekräftigt. Volker Diehl, Geschäftsführer der European Galleries als letztmaliger Veranstalter des Art Forums: "In New York sind mit Kunst ja derzeit kaum Geschäfte zu machen, da ist Europa ihre Chance."

Die demokratische alphabetische Platzierung der Galerien bleibt erhalten, wird jedoch durch 23 Gemeinschaftsstände aufgebrochen. Aber die Gemeinschaft liegt nicht nur in der inhaltlichen oder geografischen Nähe. Vor allem die Berliner Galerien kooperieren mit ausländischen Partnern. So kommen viel versprechende programmatische Paarungen zwischen Berlin und New York (Barbara Weiss/Greene Naftali), Berlin und London (carlier I gebauer/Anthony Reynolds sowie griedervonputtkamer/asprey jacques) oder Berlin und Mailand (neugerriemschneider/ Massimo de Carlo und Neu/Glò Marconi) zustande.

Eingebettet ist das Art Forum Berlin nicht nur in eine mit Partnern wie dem Vitra-Museum Berlin, dem Hamburger Bahnhof und dem Chinafest Berlin, dem Polnischen Institut und der Französischen Botschaft in eine fünftägige, kompetent besetzte themenbezogene Diskussionsreihe, die Berlin Talks 2001 (www.art-forum-berlin.de). Im Rahmen des kunstherbst berlin eröffnet auch die große Andy-Warhol-Retrospektive in der Neuen Nationalgalerie (2. Oktober bis 6. Januar 2002), und der Neue Berliner Kunstverein und der Martin-Gropius-Bau widmen Christo und Jeanne-Claude (bis 30. Dezember) die längst fällige Hommage als Dank für den Verhüllten Reichstag mit einer Schau der frühen Arbeiten.