In der Ausgabe vom 6. September porträtierten wir auf der Medienseite den Journalisten Howell Raines, der an jenem Donnerstag sein Amt als neuer Chefredakteur der New York Times antrat. Raines gilt als Günstling des Herausgebers und ist nicht unumstritten. Seine Kritiker befürchten, er werde verstärkt auf Unterhaltung und human interest setzen.

Wie kritisch der Amtsantritt von Raines beobachtet wird, zeigt die Kontroverse um ein Foto, das die Zeitung einen Tag nach der Katastrophe in New York druckte: Es zeigt einen Mann, der kopfüber vom World Trade Center in die Tiefe stürzt. Das Bild, argumentierten aufgebrachte Leser und Redakteure, sei zu reißerisch für eine Stadt im Schockzustand.

Ursprünglich hatte in den ersten Tagen unter Raines' Ägide der 150.

Geburtstag der Zeitung aufwändig gefeiert werden sollen. Sämtliche Jubiläumsveranstaltungen wie Diskussionsrunden und ein Galadiner wurden jedoch abgesagt. Zum Feiern ist dieser Tage niemandem zumute.

In der Ausgabe vom 20. September berichteten wir über Elfriede Brüning und Jan Koplowitz, die letzten Aktivisten des Bundes proletarischrevolutionärer Schriftsteller. Leider hat der 92-jährige Koplowitz die Veröffentlichung nicht mehr erlebt: Er starb einen Tag, bevor die ZEIT ausgeliefert wurde.