Er und seine Frau hatten acht Kinder zu versorgen, und obgleich er auf seinem Gebiet zu den Größten und Erfolgreichsten zählte, fiel ihnen das nicht immer leicht. Und deswegen - so schreibt sein Monograf - versäumte er es nie, bei Vertragsabschlüssen auf seine große Kinderschar hinzuweisen.

Überhaupt scheint er sich bei seinen Auftraggebern gut verkauft zu haben. Zum Beispiel schrieb er an den Rat seiner Stadt:

Als ich die glückselige Nachricht von unserem ruhmreichsten Siege erhielt, an welchem teilzunehmen und mein eigenes Blut zu vergießen ich nicht die Möglichkeit hatte, entschloß ich mich doch, einen großen Teil dessen, was für lange Zeit meiner armen und gottergebenen Familie Lebensunterhalt und andere Bequemlichkeit vergönnt hätte, daran zu geben, um das Bild jener triumphalen Schlacht zu machen, das nach Eurer Huld zum ewigen Gedächtnis der Kraft unseres Reiches in der Sala dello Scrutinio auf gehängt worden ist. Dass Ihr dies mein geringes Geschenk annahmt, zeigt mir Eure Großmut und gab mir die Gewißheit, dass Eure Erlauchten Herrlichkeiten nicht verfehlen werden, mir zu helfen, damit ich dank Eurer Huld fortfahren kann zu leben und Euch zu dienen. Auch erbiete ich mich, solange ich lebe mit all meinem Eifer meine Kunst auszuüben, wo dies gebraucht wird, auch in den Sälen des erlauchtesten Rates der Zehn, um ein verdienstvoller Diener eben dieses erlauchtesten Rates zu werden und zu sein, ohne irgendwelchen Lohn außer dem benötigten Arbeitsmaterial. Darum ersuche ich Euch ehrerbietig, dass Ihr mit dem erhabenen Rat der Zehn geruhen möget, mir zur Unterstützung meiner armen Familie das erste Maklerpatent am deutschen Handelshaus zu verleihen, das nach den anderen, bis jetzt vergebenen, frei wird. Besagtes Patent möge, wenn es denn frei wird, auf den Namen eines meiner Söhne, einer meiner Töchter oder eines meiner Neffen überschrieben werden. Das Patent, um das er bat, war eine Sinekure, die jährlich etwa 120 Dukaten einbrachte.

Nach einiger Zeit schickte er ein weiteres Schreiben, da man auf den ersten Brief offenbar nicht geantwortet hatte. Nun rechnete er genau den Wert seiner Arbeit vor, der sich auf 500 Dukaten belief. Erst nach geraumer Zeit gab der Rat seinem Ansinnen statt.

Später, als sein ältester Sohn starb, ließ er einen Notar kommen:

Ich will, dass meine männlichen sowohl als auch meine weiblichen Kinder die Erben all meines Besitzes sind. Allerdings zu folgenden Bedingungen und auf folgende Art und Weise: Ich will, dass alle Gegenstände, die sich auf meinen Beruf beziehen, meinem Sohn Domenico gehören, jedoch so, dass diese und besonders die zum Studium meines Berufes gehörenden Gegenstände ihm und meinem Sohn Marco zu gemeinsamen Gebrauch dienen sollen, solange beide als gute Brüder friedvoll und liebevoll zusammenhalten. Ich will, dass mein Sohn Domenico meine Werke, die möglicherweise unfertig zurückbleiben, mit eigener Hand vollendet und jenen Stil und jene Sorgfalt walten läßt, welche immer er auf so viele meiner Werke verwandt hat.

Ich bitte meinen Sohn Marco mit seinem Bruder in Frieden zu leben und die Ausübung unseres gemeinsamen - seines und meines - Berufes nicht zu vernachlässigen, sondern unser Haus durch solch vornehme und tugendhafte Tätigkeit zu unterstützen. Ich will, dass meine alles geliebte Gattin, Frau Faustina Epicopi, solange sie lebt, Herrin und Schutzherrin, einzige Verwalterin und Nutznießerin all meiner Hinterlassenschaft sowie Vormund meiner und ihrer Söhne und Töchter bleibt, mit der Vollmacht, zu Lebzeiten oder testamentarisch aus der Gesamtheit meiner Güter soviel zu entnehmen, wie ihr richtig erscheint um meinen Töchtern Ottavia und Laura eine Mitgift, oder den Eintritt ins Kloster zu finanzieren - was immer sie für si nnvoll hält.