Lang ist der Weg von A nach B. B ist zum Beispiel der Würfelzucker. Weiß, süß, 12 Kanten, 2,5 Gramm leicht, geliebt von Kind und Pferd, ein stapelbares Industrieprodukt in grundsätzlich unveränderter Form, seit der Österreicher Jacob Christoph Rad 1840 als Erster angefeuchteten Zucker presste, in Platten goss, in Streifen schnitt, in Würfel zerlegte. Aber was ist mit A?

A ist die Zuckerrübe. Und wie lang der Weg von da einst war, erfahren wir am 6. Oktober in den Hohenheimer Ausstellungen Von der Rübe bis zum Würfelzucker und Zuckerrübenernte im Wandel der Zeit: Bis 1900 wurde das Gemüse von Hand aus dem Dreck geholt. Anders als das Endprodukt war die Rübengewinnung bislang offensichtlich nicht perfekt. Bald halfen Pferde beim "Rübenroden mit Gespannpflug". Um 1940 wurden zweireihige Rübenköpfschlitten und Schleuderradroder mit Rübenrodegabel eingeführt, 1955 erleichterte der "Gezogene 1-reihige Rübenvollernter" das Geschäft. Verbissen feilten die Hersteller an der Technik. Die Firma Unsinn setzte sich 1980 mit "Zweiphasigen 6-reihigen Rübenerntesystemen" in Szene, Barigelli präsentierte seinen "Selbstfahrenden 2-reihigen Bunkerkopfröder". Die Zuckerrübenernte schien perfektioniert.

Jetzt aber sind wir am Wendepunkt. Nun liegen unsere Rüben ganz in den Händen des "Selbstfahrenden 6-reihigen Bunkekopfröders" und der "Euro-Maus", des "Selbstfahrenden Rübenreinigungsladers". Stehen die Rübenroboter gar vor der Menschwerdung? Die Euro-Maus, wird gemunkelt, leide an Diabetes.