Er ist Schwabe und betreibt in der fernen Mongolei eine Brauerei. Nun wird er zum neuen Sympathieträger von Baden Württemberg: Klaus Bader. Und das alles kam so: Die Werbeagentur Scholz & Friends produzierte einen Fernsehspot für das Bundesland (Slogan: "Wir können alles außer Hochdeutsch"), in dem der Bierbrauer die Hauptrolle spielt. Seit fünf Jahren stellt der Böblinger in der Mongolei Bier nach dem deutschen Reinheitsgebot her - Khan Bräu.

Er kaufte die Brauanlage des Münchner Vorstadtproduzenten Prinz Luitpold für 400 000 Mark, packte sie auf die Transsibirische Eisenbahn und schickte sie in die mongolische Hauptstadt Ulan Bator. Hinzugekommen sind inzwischen ein paar Biergärten, die allerdings nur im Sommer geöffnet sind - im Winter wird es in der Mongolei bis zu 40 Grad kalt. Seinen Gerstensaft exportiert Bader auch nach Japan in Berlin und Hannover wird es in Lizenz gebraut.

Der Medienrummel um Khan Bräu und Bader geht zum großen Teil auf einen Artikel in der ZEIT zurück. Nach der Veröffentlichung der Reportage Statt Wodka (Nr. 33/2000) wurden etliche Zeitungen, Fernseh- und Radiosender auf den Exilschwaben aufmerksam. "Der Artikel hat nicht nur großes Interesse an Khan Bräu geweckt, sondern auch an der Mongolei", sagt Bader. "Es ist für das Land nicht mehr nur das Jahr der Schlange, sondern auch das des Fernsehens."

roh