Ahnung hat er ja. "Aber ich kann sicher auch in anderen Dingen Talent entwickeln", sagt Klitschko. "In der Seele bin ich ein Künstler." Wie das später mal aussehen wird, darüber muss er sich jetzt noch keine Gedanken machen. Im Dezember reist er erst mal in die USA. Dort wird der "Steelhammer" seinen Weltmeistertitel verteidigen. Sein nächstes Ziel ist "gegen einen der großen drei Namen anzutreten". Evander Holyfield, Lennox Lewis oder Mike Tyson. Es gibt noch einige Herausforderungen für Dr. Wladimir Klitschko.

Zunächst mal wieder sportliche.

Nachrücker.

Ich wollte immer studieren", sagt Cem Özdemir, "aber ich hatte leider kein Abitur." Er schaffte es trotzdem. Der Sohn türkischer Einwanderer, der sich schon von der Haupt- zur Realschule hochgerackert hatte, machte eine Ausbildung zum Erzieher und holte dann die Fachhochschulreife nach. Um sein Englisch aufzufrischen, hatte er sich davor zwei Monate bei Bekannten in den USA einquartiert. Das Ergebnis reichte trotzdem nicht, um gleich einen Studienplatz zu bekommen. Özdemir überbrückte die Wartezeit mit Schwangerschaftsvertretungen in Krippen und Kindergärten. "Ich bin Einzelkind, da hatte diese Arbeit ihren kompensatorischen Reiz."

Sozialpädagogik hat der 35-Jährige aber nicht nur aus lauter Begeisterung studiert: Mit Fach-Abi war schlicht seine Fächerauswahl begrenzt - "und mit den Naturwissenschaften hab ich's nicht so". Für seine politische Laufbahn war das ohnehin nicht entscheidend, die hatte er lange vor dem Studium eingeschlagen. Schon mit 15 trat Cem Özdemir in seinem Heimatort Bad Urach den Grünen bei. Kurze Zeit später beantragte er die deutsche Staatsbürgerschaft. Neun Jahre darauf kandidierte der "anatolische Schwabe" zum ersten Mal für den Bundestag - als Direktkandidat in Esslingen, ohne jede Chance. Bevor er sich 1994 auf einen sicheren Listenplatz setzen ließ, machte er an der Evangelischen FH in Reutlingen sein Diplom. "Ich mochte die familiäre Atmosphäre dort", erinnert er sich. "Aber ich war sicher kein Vorbild als Student." Kein Wunder: Özdemir saß im Landesvorstand Baden-Württemberg, da war die Politik fast schon ein Job für sich. Zum Geldverdienen musste er dennoch zusätzlich ran, beim Lokalradio und beim Reutlinger General-Anzeiger. Als ein Artikel von ihm in der taz erschien, war Özdemir "riesig stolz" darauf. Was er von seinen Noten nicht behaupten kann: "Zum Glück hatten wir auch Politik, alle anderen Fächer wie Jura und Psychologie hab ich immer nur grad so geschafft." Trotzdem habe er durchs Studium fürs Leben gelernt. "Wenn man sich einmal bestimmte Verhaltensmuster klargemacht hat", sagt er, "dann kann man gewisse Gereiztheiten in den Fraktionssitzungen sehr gelassen sehen."

Sprinterin.

Was wollen Sie eigentlich alle hier? Sie werden doch sowieso arbeitslos."