Mike Bannister: Zum einen mit dem neuen Michelin-Reifen. Das ist ein riesiger Schritt vorwärts in der Luftfahrt. Dieser Reifen ist extrem schwer zu beschädigen, vor allem durch eine Lage Kevlar unter der Lauffläche. Sollte er dennoch zerbersten, wird er in sehr kleine Teile gerissen, die mit weniger als 30 Prozent der Energie der bisherigen Reifen wegfliegen. Diese Neuerung allein würde eine Wiederholung des Unfalls ausschließen.

Zeit: Aber Sie setzen noch an weiteren Stellen an.

Bannister: Ja. Wir haben die Tanks an potenziell gefährdeten Stellen mit 82 Kevlar-Gummi-Elementen je Flugzeug ausgekleidet, die eine Art zweiter Hülle bilden. Sollte je wieder ein Loch in die Außenhaut gerissen werden, könnte keine große Menge Kerosin mehr austreten. Schließlich haben wir, um jedes Risiko auszuschließen, im Fahrwerksbereich die Kabel entweder an andere Stellen verlegt oder mit Schutzhüllen aus dem neuesten Teflon-Material und einem dünnem Stahlmantel ausgestattet.

Zeit: Ist die Concorde damit schwerer als vorher?

Bannister: Die Tankauskleidung erhöht das Gesamtgewicht um etwa 400 Kilogramm, aber dafür wiegen die neuen Reifen zusammen 160 Kilo weniger. Hinzu kommt, dass die neue Kabineneinrichtung bei British Airways aus Kohlefaserwerkstoffen und Titan 350 Kilo leichter ist als die bisherige. Unter dem Strich wiegt das Flugzeug also weniger als vorher. Auch die Reichweite bleibt erhalten.

Zeit: Sind Sie sicher, dass ausreichend Passagiere Concorde-Flüge buchen werden, gerade nach den Ereignissen vom 11. September?

Bannister: Wir haben sehr engen Kontakt zu den 1500 Topkunden gehalten, und die meisten können es gar nicht erwarten, dass wir wieder starten. Das hat sich auch durch die Terroranschläge in den USA bei dieser Klientel nicht geändert.