Aids durch Bomben.

Manche Kausalzusammenhänge erschließen sich erst auf den zweiten Blick. So warnten Mediziner in der vergangenen Woche auf einer internationalen Tagung in Melbourne, die Bomben auf Afghanistan könnten in Pakistan eine Aids-Epidemie verursachen. Begründung: Der Militäreinsatz bringt den Heroinnachschub aus Afghanistan zum Erliegen und treibt die Preise in die Höhe, die pakistanischen Drogenabhängigen gehen vom Schnupfen des Stoffs zum effizienteren Spritzen über und infizieren sich durch wiederverwendete Nadeln. Derzeit leben in Pakistan 500 000 Heroinabhängige, von denen 440 000 die Droge über die Nasenschleimhäute aufnehmen, berichtete Nadeem-ur-Rehman von der Organisation New Life. Rehman will in der Grenzstadt Quetta bereits einen Trend zur intravenösen Heroingabe beobachtet haben. Auch Europas Drogenabhängige könnten den Preisanstieg zu spüren bekommen. Mehr als 90 Prozent des in Europa erhältlichen Heroins stammen aus Afghanistan.

Teure Elementarteilchen.

Was die Welt im Innersten zusammenhält, ist oft nur mit viel Geld zu ergründen. Auf der Suche nach einem Elementarteilchen, das Atomen ihre Masse verleiht, investiert das europäische Forschungslabor Cern bei Genf 2,6 Milliarden Schweizer Franken in einen neuen Teilchenbeschleuniger. Der Large Hadron Collider soll im Jahr 2006 in Betrieb gehen. Jetzt wurde bekannt, dass er 480 Millionen Franken teurer wird als geplant. Außerdem fehlen dem Cern 370 Millionen Franken, verteilt über die nächsten neun Jahre. Bei einem Projekt dieser Komplexität seien diese Mehrkosten nicht ungewöhnlich, sagte Cern-Chef Luciano Maiani, dem Missmanagement vorgeworfen wird. Im Dezember werden die Cern-Mitgliedstaaten, darunter auch Deutschland, beraten, wie das zusätzliche Geld aufgebracht werden kann. Für die Teilchenphysiker kommt die Nachricht ungelegen. Sie planen gerade einen Beschleuniger samt Röntgenlabor für 3,9 Milliarden Euro in Hamburg. Wer glaubt da noch ihren Rechnungen?