Wenn die Welt verteilt oder neu geordnet wird, möchte jeder, der auf sich hält, dabei sein. Wenn schon nicht beim pazifischen Dreier-Gipfel in Shanghai, dann jedenfalls beim Europa-Dreier in Gent: Denn erstens kann man nie wissen, was Briten, Franzosen und Deutsche miteinander aushecken, wenn sie so geheimnisvoll die Köpfe zusammenstecken wie Ende vergangener Woche vor dem EU-Rat in Belgien. Und zweitens, nicht wahr?, gehört sich das nicht, solange nicht die vierte europäische Großmacht dazugebeten wird: Italien. Und deshalb ist Herr Berlusconi gekänkt.

Anfangs wollte er es nicht zugeben. Die drei, so seine erste Reaktion, hätten nur über ein neues Flugzeugprojekt für militärische Zwecke diskutiert - viel zu teuer, nicht interessant. Dann erinnerte der italienische Regierungschef sich, dass er ja mit den konservativen Teilnehmern des EU-Gipfels verabredet war (was auch ein eher kleiner Kreis ist). Erst im dritten Durchgang fiel ihm ein, dass er von dem Treffen gar nichts gewusst hatte.

Nun konnte der rechte Tribun endlich zugeben, dass er das in der Tat kränkend fand, und siehe da: Das ganze Land kränkte sich mit ihm, voran der brave Europäer Romano Prodi, ebenso die Opposition und erst recht die "kritischen" Medien. Alle in der Seele verletzt, weil sie nicht mit dabei waren, als Blair/Chirac/Schröder, die arroganten drei, über ihren Solidarbeitrag zum Kampf gegen den Terror sprachen. So aber hatte die Bestätigung, dass er noch nicht voll gesellschaftsfähig ist, für Berlusconi auch ihr Gutes: Das Volk steht hinter ihm. Noch so eine Kränkung, und der Mann wird zum Helden. wap