Am DONNERSTAG beginnt die internationale Erfindermesse in Nürnberg mit rund 600 Ausstellern. Heute und auch am FREITAG ist die Messe ausschließlich für das Fachpublikum geöffnet. In diesem Jahr stelle ich unter anderem einen Aktenordner vor, dessen Innenteil mit einem Klettverschluss an den Kartondeckeln befestigt ist. Der Vorteil: Da der Karton normalerweise schneller kaputt geht, braucht man nur ihn nachzukaufen, kann das Innenteil weiter verwenden und spart sich das lästige Umsortieren. Ich präsentiere auch verschiedene Ideen für den Staubsauger, zum Beispiel eine Bodendüse, die automatisch stärker am Zimmerrand saugt, wo der meiste Schmutz liegt - so lässt sich Strom sparen. Oder eine Hülse für den Staubsaugerschlauch, in der versehentlich eingesaugte Kleinteile, beispielsweise ein Ring, stecken bleiben. Außerdem zeige ich eine Lampe für zahnärztliche Untersuchungen, die die Zähne fast durchsichtig erscheinen lässt - so können kleine Löcher sofort erkannt werden. Dann habe ich noch verschiedene kleine Sachen, etwa eine sehr haltbare Reservebatterie fürs Handy. Erfinden ist gar nicht so schwierig: Bei neuen Erfindungen fängt man meistens nicht ganz von vorne an, sondern kombiniert bekannte Dinge neu miteinander.

Ab SAMSTAG ist die Messe auch für das normale Publikum geöffnet. Es kommen immer sehr viele Kinder und Jugendliche, die sind am neugierigsten und verstehen die Erfindungen auch am schnellsten. Maximal ein Prozent der ausgestellten Ideen kommt tatsächlich auf den Markt. Der Rest taugt doch nichts, oder die Firmen haben kein Interesse daran. Meine bislang lukrativste Erfindung war ein neuartiger Antrieb für Blenden, wie man sie zum Beispiel in Fotoapparaten verwendet. Meine vielleicht spektakulärste Idee war das "Duftfernsehen". Duftkapseln in der Fernbedienung sorgen dafür, dass die Zuschauer zu den Fernsehbildern passende Gerüche bekommen, beispielsweise Bratenduft bei einer Küchenszene. Das Patent hat eine Firma aufgekauft, auf den Markt ist es aber dann doch nicht gelangt. An einem Patent zur Züchtung von Minipflanzen - ich hatte damals eine nur acht Zentimeter hohe Sonnenblume entwickelt - haben leider nur meine Nachahmer gut verdient. Das ist ein ewiger Ärger: Sobald ein Patent da ist, versuchen andere Firmen, die Idee zu kopieren und das Patent zu umgehen.

Am SONNTAG abend ist die Messe vorbei, und ich fahre heim nach München.

Am MONTAG und auch am DIENSTAG bin ich damit beschäftigt, die Messe nachzubereiten: Ich telefoniere mit den Firmen, die interessiert waren, schicke ihnen Muster und mache Besuchstermine aus. Erfahrungsgemäß bleibt von all diesen Kontakten nur ein Einziger übrig, aus dem wirklich etwas wird. Auch sonst bin ich im Alltag hauptsächlich mit der Vermarktung meiner Erfindungen beschäftigt, das nimmt viel Zeit in Anspruch. Ideen für neue Erfindungen kommen mir eher spontan, wenn ich lange im Auto sitze, beispielsweise. Oder wenn ich in der Natur spazieren gehe - die Flatterbewegungen eines Insekts können eine entscheidende Anregung sein. Ich suche selten nach Lösungen für offensichtliche Probleme. Die Gefahr wäre einfach zu groß, das jemand anders auch darauf kommt und ich umsonst gearbeitet habe. Stattdessen überlege ich mir, wo und wie man neue Materialien oder bestimmte physikalische Eigenschaften sinnvoll einsetzen kann.

Am MITTWOCH kann ich mich vielleicht wieder mit meinen anderen Interessengebieten beschäftigen. Momentan versuche ich nachzuweisen, dass der Urkontinent Pangäa, der später in die einzelnen uns bekannten Kontinente zerbrach, ursprünglich die gesamte Erdoberfläche bedeckt hat. Das würde bedeuten, dass die Erde damals kleiner war als jetzt. Aber mit so was lässt sich natürlich kein Geld verdienen. Das ist nur eine Art Hobby von mir.