Katrin Cramer plädierte für letztere Variante. Sie sei die "differenzierteste und eleganteste": "Alle vorhandenen Gebäude am Pariser Platz sind in Naturstein erstellt, das Brandenburger Tor darf keinesfalls dahinter zurücktreten." Zur Illustration der Alternativen ließ der Berliner Senat Gipsmodelle des Tores in den vier Farben aufstellen; Passanten konnten durch den Einwurf eines Pfennigs ihr Votum abgeben. Nun sind die Münzen ausgezählt: Eine deutliche Mehrheit hat sich der Meinung unserer Expertin angeschlossen. Von den 94.828 eingeworfenen Pfennigen landeten 56.036 beim naturfarbenen Modell. Grau belegt mit 19.086 Pfennigen den zweiten Platz, Weiß folgt mit 12.190. Mit nur 7516 Stimmen kam Ocker auf den letzten Platz. Auch Katrin Cramer betrachtet Ocker als eine für historische Gebäude ungeeignete Farbe: "Sehr lieblich, gefällig und plakativ."

Nicht zur Auswahl stand übrigens die Farbe Telekomrosa - und das, obwohl das Tor seit Beginn der Renovierungsarbeiten vor über einem Jahr durch die Werbebotschaften des Konzerns verhüllt wird. Und die nötigen 56 037 Pfennigstücke hätte die Telekom sicher auch noch zusammengekriegt.