Das ZDF braucht einen Erneuerer. Den hat die Intendantenfindungskommission noch nicht gefunden. Vielleicht kann ein Personalberatungsunternehmen bei der Suche helfen.

Was ist das Problem? Stand 3sat-Chef Gottfried Langenstein nicht schon fest als neuer Intendant?

Noch-Intendant Dieter Stolte wollte ihm einfach seine Aktentasche weiterreichen - in alter ZDF-Tradition. Und die so genannten Freundeskreise von CDU und SPD hatten schon die Modalitäten ausgehandelt. Dabei geht es nie um TV-Qualität, sondern um politische Spielchen, die sich in keinem anderen Sender so gehalten haben wie in Stoltes ZDF: Wenn die Putzfrau rot ist, muss der Müllmann schwarz sein. Das ist tödlich.

Ministerpräsident Clement, dessen Medienstandortberater Sie sind, sagte, dass ein Kirch-Mann wie Jan Mojto Intendant werden könnte.

Kirchs Einfluss auf das ZDF ist seit 30 Jahren sehr groß. Der Sender war immer der größte Abnehmer von Kirch-Filmen, und Stolte hat sich in Verhandlungen oft merkwürdig Kirch-freundlich verhalten. Ein Kirch-Mann an der Spitze des ZDF wäre keine Verschlechterung des Ist-Zustands, sondern seine Fortsetzung. Mojto würde bestimmt sehr gute unternehmerische und internationale Erfahrung mitbringen.

Wie beschreiben Sie Ihren Traumkandidaten?

Das ZDF braucht einen Manager, der in der heutigen Medienwelt bestehen kann. Vielleicht gibt es ein Wundertier, das früher im ZDF war und jetzt in der Wirtschaft erfolgreich ist. Oder jemanden wie Greg Dyke, der die BBC erfolgreich reformiert hat. Er kam von den Privaten.