Man sieht sie immer seltener, die "Schwänzchen", die zu einer besseren Erdung des Autos beitragen sollen. Die aus leitendem Material bestehenden Bänder führen angeblich elektrostatische Aufladungen des Autos zur Straße ab. So soll zum Beispiel vermieden werden, dass der (dann ebenfalls aufgeladene) Fahrer einen elektrischen Schlag bekommt, wenn er aus dem Auto langt und einen metallischen Gegenstand berührt.

Der Nutzen dieser Bänder wurde von Experten immer bezweifelt, aus zwei Gründen: Erstens sind die meisten Autos überhaupt nicht isoliert gegenüber der Straße. Denn die Reifen enthalten genügend Kohlenstoff und Stahleinlagen, sodass sie Strom leiten. Zweitens entstehen die meisten unangenehmen Entladungen nicht, weil das ganze Fahrzeug elektrisch geladen wäre, sondern weil die Insassen auf den Sitzen herumrutschen. Besonders Kleidung aus synthetischen Textilien führt zu Ladungstrennungen zwischen Mensch und Fahrzeug. Und weil moderne Autos innen fast vollständig mit nichtleitenden Materialien ausgekleidet sind, kann diese Ladung während der Fahrt nicht abfließen. Wenn man zudem Schuhe mit isolierender Sohle trägt, ist man auch nach dem Aussteigen noch geladen. Erst beim Griff an die Tür kann die Ladung plötzlich fließen - es funkt. Der ADAC und die Dekra empfehlen dagegen Sitzauflagen aus natürlichen Materialien. Außerdem sollte man schon beim Aussteigen mit festem Griff den metallischen Teil der Tür anfassen und erst wieder loslassen, wenn man mit beiden Beinen fest auf der Erde steht. Christoph Drösser

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