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Am Tag, der die Welt erschütterte, verlor der Polizeikommandant der saudi-arabischen Küstenstadt Jizan zwei seiner Brüder. Nawaf und Salim al-Hamzi hatten auf dem American-Airlines-Flug Nummer 77 die Sitze 5F und 5E gebucht.

Der Saudi Hani Handschur, als Pilot einer kommerziellen Fluglinie ausgebildet, half ihnen, die Boeing in das Pentagon zu steuern. Er stammte aus dem Hause eines reichen Geschäftsmannes bei Mekka.

Madschid Moqid, ein weiteres Mitglied der Todescrew, hatte die rechtswissenschaftliche Fakultät der König-Saud-Universität in Riad besucht.

Er war der Sohn eines beduinischen Stammesfürsten aus der Umgebung von Medina.

15 der 19 Selbstmordattentäter von New York und Washington kamen aus Saudi-Arabien. Die meisten aus den besten Familien. Einige, so behaupten die Behörden in Riad, besaßen falsche Pässe und andere Staatsbürgerschaften.

Woher sie auch stammten: Nirgendwo sonst auf der Welt konnten die 15 ihre Visa so leicht erhalten wie von der amerikanischen Botschaft in Saudi-Arabien.

"Immer wieder forderten mich hochrangige amerikanische Diplomaten auf, unüberprüften Antragstellern Einreisegenehmigungen in die USA zu erteilen", hat Michael Springman ausgesagt. Er leitete Ende der achtziger Jahre das US-Konsularbüro in der saudischen Hafenstadt Dschidda. Springman gab BBC Newsnight jetzt zu Protokoll: "Meine Aufgabe war, Visa an Terroristen auszugeben. Die CIA und Osama bin Laden hatten sie rekrutiert. Sie sollten in den USA für den Einsatz in Afghanistan gegen die damaligen Sowjettruppen ausgebildet werden."

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Das Vertrauen war zu groß, die Kontrolle zu lasch. Die Dynastie der Saudis musste mit Samthandschuhen behandelt werden. Seit Franklin Roosevelts Tagen garantierte das konservative Königshaus die Ölversorgung der Amerikaner und das Weiße Haus die militärische Sicherheit der Saudis vor Neid, Nationalismus oder Sozialismus der Nachbarn. Die Prinzen und die Präsidentenentourage in Washington investierten in gemeinsame Geschäfte. Erst als das World Trade Center im Inferno versank, begriff die US-Administration, was sie anfangs selbst mit gefördert und später mit angesehen hatte: Aus dem Wüstenstaat quoll schon seit Jahren ein zweiter schwarzer Stoff - die Droge des Dschihad.

Treibstoff für den Heiligen Krieg

Nicht in den Höhlen des zerbombten Afghanistan hat der fundamentalistische Terror seinen spirituellen Ursprung gehabt. Weder in den älteren noch in den jüngeren "Schurkenstaaten", in Libyen oder im Iran, im Irak oder im Sudan sind die bizarren theologischen Denkgewölbe angelegt worden, aus denen heute die weltumspannende Vernichtungsstrategie gegen die Ungläubigen hervorschießt. Der Treibstoff für den Heiligen Krieg einer neuen Generation stammt von der größten Tankstelle des Westens, die zugleich die heiligste Stätte aller islamischen Pilger ist: aus dem Königreich zwischen Rotem Meer und Golf.

Die Mischung ist alt. Sie setzt sich zusammen aus einer aggressiv puristischen Version des Islam, dem Wahhabismus, und dem weltlichen Herrschaftsanspruch der Dynastie. Mit dieser Staatsreligion haben die Herrscher - Könige und Imame in Personalunion - die ganze arabische Halbinsel erobert. Mit ihr stiegen sie in nur einem Jahrhundert aus den Beduinenzelten und Lehmburgen in die Glaspaläste und Wolkenkratzer von Riad auf. Aber je weniger sich die fast 5000 Prinzen noch an die rigorose Lehre hielten, desto eifriger stifteten sie der Welt Moscheen, Religionsschulen, Glaubenskrieger.

So versuchten sie, sich von den Milliardendeals mit den "Ungläubigen", vom Frevel ihrer vorsichtigen Modernisierungsversuche reinzuwaschen.

Kein anderes Land hat zusammen so viele Milliarden Dollar und auch militante Manpower nach Afghanistan, Pakistan, Palästina, Tschetschenien und Bosnien geschickt wie dieser Staat mit seinen 22 Millionen Einwohnern. Anstelle der exportierten Krieger - und weil sie selbst nicht gern körperliche Arbeit verrichten - haben die Saudis Millionen Hilfskräfte aus den Anrainerstaaten kommen lassen. Dem Westen sichert das Land als Kartellführer der Opec den Ölpreis, den Amerikanern ein Fünftel all ihrer Rohöleinfuhren. Zugleich hat das Wüstenreich in den vergangenen Jahren 100 Millionen Dollar in die amerikanischen Muslimgemeinden investiert, um sie zur spartanischen Islamversion der Wahhabiten zu bekehren.

Das sind freilich Peanuts, verglichen mit den Milliarden, welche die Prinzen in Amerika und Europa für Rüstungsgüter inklusive hoher Provisionen hinblättern. In München läuft gerade der Prozess gegen den Waffenhändler Karl-Heinz Schreiber und zwei ehemalige Thyssen-Manager wegen der Panzergeschäfte mit dem Königreich.

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Die amerikanische und die britische Führung sind mit den Saudis unvergleichlich enger verbandelt als deutsche Unterhändler und Politiker.

Zwischen der Familie Bush und der Familie Osama bin Ladens bestehen alte Geschäftsbeziehungen. Beide Häuser trafen sich beim kometenhaft aufgestiegenen Rüstungslieferanten Carlyle Corporation. Vater Bush und der heutige Präsident erhielten von der Gesellschaft Bezüge als Berater beziehungsweise Filialdirektor. Die Saudi Binladen Group war zuletzt mit zwei Millionen Dollar an der Firma beteiligt.

Das riesige Konstruktionsunternehmen und Handelshaus der bin Ladens war vom Vater des amerikanischen Staatsfeindes Nummer 1 gegründet worden. Der hatte sich mit Talent, Sparsamkeit und Einfallsreichtum vom jemenitischen Einwanderer zum ersten Baulöwen des Königshauses hochgearbeitet. Als der gläubige, aber nicht fanatische Firmenpatriarch 1968 mit einem Privatflugzeug abstürzte, übernahmen einige seiner 50 Söhne die Konzernleitung. In den neunziger Jahren besuchten Expräsident Bush und Exaußenminister Baker die bin Ladens während einer Saudi-Arabien-Visite. Da hatte Osama das Geschäft, auf das er sich weniger verstand, schon verlassen und trug seinen Millionenanteil in den Glaubenskrieg. Als das saudische Königshaus seinen früheren Dschihad-Missionar 1994 ausbürgerte, enterbte ihn auch die Familie offiziell.

Unmittelbar nach dem 11. September zog sich die Saudi Binladen Group aus der Carlyle Corporation zurück, um die Peinlichkeit nicht auf die Spitze zu treiben. Vorstand der Carlyle Corporation ist der frühere US-Verteidigungsminister Frank Carlucci. Ihn verbindet eine enge Freundschaft mit dem heutigen Verteidigungsminister Donald Rumsfeld aus den gemeinsamen Tagen in einer Ringermannschaft der Princeton-Unversität.

Auch andere angesehene Mitglieder früherer US-Regierungen waren oder sind direkte oder indirekte Partner der Saudi Binladen Group. Ex-Außenminister James Baker gehörte zu den Beratern der Carlyle Corporation. Einer seiner Vorgänger, George P. Shultz, sitzt im Vorstand der Investmentgesellschaft Fremont Group, an der die Saudi Binladen Group ebenfalls einen Anteil hat.

Viele der privaten Bankgeschäfte der Laden-Familie liefen über die Citigroup, an deren Spitze der angesehene frühere Finanzminister Robert Rubin steht. Die Geschäftsverbindungen sind nie ein Staatsgeheimnis gewesen. Doch nach dem 11.

September sieht das Familienpuzzle, das die Journalistin Jane Mayer für den New Yorker akribisch zusammengesetzt hat, nicht gut aus für George W. Bush.

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Schwer wiegen die Vorwürfe, die jetzt aus verschiedenen Geheimdienstquellen durchsickern. Der Präsident soll vor dem 11. September die Überwachung saudischer Staatsbürger gebremst oder behindert und Warnungen vor der zunehmenden Instabilität des Königreiches in den Wind geschlagen haben. Mag sein, dass die Dienste damit auch von ihrem eigenen Versagen ablenken wollen, das die Terroranschläge erleichterte. Doch aufhorchen lässt die Aussage eines Sohnes von Osama bin Laden. Der Harvard-Absolvent Abdallah bin Laden, der auch nach den Attentaten in den USA blieb, hat verschiedenen Gesprächspartnern versichert: Er sei zur Aussage bereit gewesen, doch niemand habe ihn vorgeladen.

Noch belastender nimmt sich die Anklage eines Toten aus. John P. O'Neill war nur wenige Wochen vor dem 11. September Sicherheitschef für die Zwillingstürme geworden. Er wurde von ihren Trümmern begraben. Bevor er den Posten antrat, der ihm zum Schicksal wurde, hatte er das New Yorker FBI-Büro für Terrorbekämpfung geleitet. In dieser Funktion hatte er sich im vergangenen Juli in einem Gespräch unter vier Augen mit dem französischen Sicherheitsexperten Jean-Charles Brisard bitter über die Behinderung des FBI durch das amerikanische Außenministerium beklagt. Brisard, der selber jahrelang Recherchen über bin Ladens Finanzimperium angestellt hat, zitiert O'Neill in dem Buch Ben Laden: La Vérité Interdite, das er und sein Coautor Guillaume Dasquié in dieser Woche in Frankreich vorstellen.

"Alle Antworten, alles, was wir brauchen, um bin Ladens Organisation zu enttarnen, ist in Saudi-Arabien zu finden", vertraute O'Neill dem Franzosen an. Doch das FBI habe keine freie Hand, um seine Nachforschungen über den Terror anzustellen. Das State Department mische sich ständig ein. Die USA, so O'Neills resignative Bilanz, sei nicht bereit, Saudi-Arabien wegen Osama bin Laden zur Rede zu stellen. Die Öldiplomatie beherrsche Amerikas Außenpolitik.

Diese Diplomatie hat bin Laden mit seinen Terroranschlägen empfindlich getroffen. Die Beziehungen zwischen dem Weißen Haus und dem Königshaus haben sich in wenigen Wochen so abgekühlt wie nie zuvor seit dem ersten und einzigen Treffen zwischen Präsident Franklin Roosevelt und Ibn Saud auf einem US-Kriegsschiff in den vierziger Jahren, auf das der saudische König unbedingt 100 Schafe zur Beköstigung mitnehmen wollte.

Die amerikanischen Geheimdienste sind jetzt doppelt verstimmt. Aus ihrer Sicht hat Präsident Bush nicht nur die aktuelle Bedrohung der amerikanischen Sicherheitspolitik im Nahen Osten, zu der die Kontrolle der arabischen Ölschätze gehört, zu lange ignoriert. Sie werfen zugleich den Saudis vor, ihre Karten im Great Game gegen den Terrorismus nicht offen auf den Tisch zu legen. Die National Security Agency (NSA) nahm den Ärger zum Anlass, um dem Journalisten Seymour Hersh allerlei despektierliche, wenn auch nicht überraschende Einzelheiten aus seit 1994 abgehörten Telefonaten des Königshauses zukommen zu lassen. Die Saudis protestierten gegen ihre Gewohnheit offiziell und empört.

"Die Mitschnitte zeigen", berichtete Hersh im New Yorker, "ein zunehmend korruptes Regime, das sich den religiösen Kräften des Landes entfremdet hat und so geschwächt und verängstigt ist, dass es seine Zukunft verpfändete, indem es Hunderte von Millionen Dollar Schutzgeld an fundamentalistische Gruppen zahlt, die es stürzen wollen." Pensionierte und aktive Agenten werden mit dramatisch klingenden Prognosen zitiert: "Das Saudi-Regime wird in absehbarer Zeit in die Luft fliegen ... Wenn die Terroristen in Saudi-Arabien etwas Ähnliches unternehmen wie am 11. September, schnellt der Ölpreis auf 100 Dollar pro Barrel hoch." Untermauert werden solche Zitate mit der Erkenntnis einer 15 Jahre alten CIA-Studie, wonach Terroristen nur wenig Sprengstoff brauchten, um die Ölfelder für zwei Jahre stillzulegen.

Luxuslimousinen als Geschenk

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Neu ist das meiste nicht. Um die Korruption, Geldgier und Moral der Prinzen ranken sich seit Jahrzehnten Endzeitgeschichten. Am Ende der Ära Ibn Saud schickte einer der höchsten Prinzen, der seine Apanage verjubelt hatte, einen Diener ins Finanzministerium. Der verlangte mit gezückter Pistole weiteres Geld für seinen Herrn. Ibn Sauds erster Nachfolger, König Saud, machte bei seinem Antrittsbesuch in Qatar dem Emir 40 amerikanische Luxuslimousinen zum Geschenk.

Auf der anderen Seite hat das Haus Saud auch immer wieder sparsame, unbestechliche und professionelle Prinzen hervorgebracht wie König Feisal oder den jetzigen, integren Kronprinzen Abdallah. Der auch schon 77-Jährige, 12. Sohn Ibn Sauds, führt seit längerem die Amtsgeschäfte für seinen Halbbruder König Fahd. Er ist fromm, aber nicht fanatisch und hat sich keineswegs "von den religiösen Kräften entfremdet". Er stemmt sich gegen die Korruption und will zugleich die westliche Kultur nicht als allein selig machendes Wertesystem hinnehmen.

Zwei Wochen vor dem 11. September schrieb der Kronprinz einen prophetischen Brief an George W. Bush, von dem die Öffentlichkeit zunächst nichts erfuhr.

Darin beklagte er sich über die amerikanische Nahostpolitik. Wenn Washington seine Position gegenüber den Palästinensern nicht differenziere, würde es für Saudi-Arabien schwer, an dem bisherigen Kurs zum Wohle beider Länder festzuhalten. "Es ist Zeit", so mahnte Abdallah, "dass die USA und Saudi-Arabien auch auf ihre unterschiedlichen Interessen achten. Regierungen, die nicht den Puls des Volkes fühlen und auf ihn reagieren, kann das Schicksal des iranischen Schahs drohen."

Inzwischen ziehen viele amerikanische Kommentatoren Parallelen zwischen dem Iran und Saudi-Arabien. Aber die Vergleiche hinken. Schah Reza Pahlevi hatte den Pfauenthron nicht in jahrzehntelangen Kämpfen aus eigener Kraft erobert, sondern war 1953 mithilfe der CIA an die Macht gekommen. Er versuchte, den schiitischen Iran in die moderne, säkulare Welt zu katapultieren, ohne die lange, rebellische Tradition seines Volkes zu beachten. Das Haus Saud dagegen eroberte die Macht nicht nur in den klassischen Beduinenschlachten, die T. E.

Lawrence in den zwanziger Jahren in seinem Buch Seven Pillars of Wisdom besang. Es "dezentralisierte" seine Herrschaft auch durch eine geschickte Heiratspolitik über die vielen Stämme. Vor allem hat die Familie Saud, seit sie vor 100 Jahren die Macht in Riad zurückeroberte, politisch zu überleben verstanden.

Diebe verlieren die Hand

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Der Einsturz des Welthandelszentrums hat jedoch gezeigt, dass die saudischen Prinzen und deren geistliche Berater die Kontrolle über ihren Islamexport verloren haben. Sie können zwischen unaufhaltsamer Modernisierung und den unbeirrbaren Predigern von fast 1400 Jahre alten Glaubens- und Lebensregeln nicht mehr vermitteln. Ihre Doppelrolle als geopolitische Statthalter des Westens und religiöse Würdenträger der Wahhabiten hat sie überfordert.

Bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts hatten sich die Sauds wenig von den anderen arabischen Stammesfürsten ihrer Heimatprovinz Nedschd unterschieden.

Eines Tages aber nahm Mohammed Ibn Saud , der Herrscher des Stadtstaates Darija bei Riad, einen Wanderprediger mit Namen Scheich Mohammed Ibn Abdul Wahhab in seinem Hause auf. David Holden, der 1977 in Kairo ermordete, brillante Nahostreporter britischer Zeitungen, hat diese Begegnung prophetisch "eine der schicksalshaftesten für Arabien seit den Tagen Mohammeds" genannt.

Der Religionsgelehrte fand zu "seiner ewigen Freude" in der Familie Saud das Schwert, um den Islam zu reinigen und den militant-religiösen Staat des Propheten wiederzuerrichten. Er selbst konnte darüber nur predigen. Mohammed Ibn Saud hatte seine Vision am Wüstenhorizont: Das Wort, die Botschaft des Predigers würde ihn über seine ständig die Schwerter kreuzenden Wüstenrivalen erheben. Er besiegelte die Allianz, indem er seinen Sohn Abd al-Aziz mit der Tochter des Religionsgelehrten verheiratete.

Das war 1744 - und seitdem haben Abdul Wahhab und seine Nachfahren für die saudischen Prinzen und später an den Kabinettstischen den Koran interpretiert. Streng wachen sie über die Scharia, den "Pfad", den das Heilige Buch vorschreibt. Als Gottesstaat ist Saudi-Arabien bis heute nicht von diesem Pfad abgewichen. Es gibt keine politischen Parteien, keine Wahlen, keine unabhängige Presse und Justiz. Ehebrecherinnen können noch immer gesteinigt werden, Drogenhändler und Schwerverbrecher verlieren den Kopf unterm Krummschwert, Diebe die Hand.

Doch ohne die radikale Lehre Abdul Wahhabs wären die Saudis wohl nur eine große, traditionsreiche Familie geblieben wie andere auch. Die militante Glaubenslehre motivierte ihre Krieger, die Todeskommandos nicht mehr scheuten und ihr Leben ohne Bedenken für das Haus und die heilige Botschaft einsetzten. So dehnte sich der kleine Stadtstaat - was zuvor nur der Prophet Mohammed selbst vollbracht hatte - bald über ganz Zentralarabien aus. Und blieb zugleich in der engen geistlichen Rüstung einer jahrhundertealten Wüstenmoral stecken (Siehe Kampf gegen das Fremde, Seite 18).

Zwischen 1804 und 1806 eroberten die zuvor zerstrittenen, nun zu wahhabitischen Bruderschaften zusammengeströmten Beduinenclans die Städte des Propheten, Medina und Mekka. Ihr Siegeszug von Küste zu Küste bedrohte die damalige osmanische Herrschaft über Arabien. Deshalb trieb der türkische Statthalter in Ägypten, Mohammed Ali, die Kamelkolonnen der Wüstenkrieger in mehreren Schlachten zurück. Ende des 19. Jahrhunderts mussten die Sauds sogar vor ihrem ärgsten arabischen Rivalen, der Familie al-Raschid, aus Riad nach Kuwait flüchten. Doch sie kehrten bald zurück.

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Waren es wirklich 19 Männer? Und 15 echte Saudis? Oder waren es doch weniger?

Das wird niemand mehr klären können. Die Legenden haben die Geschichte schnell überwuchert. Auf jeden Fall pirschte sich der schwer bewaffnete Trupp im Schutze des Palmenhains, der die Oasenstadt Riad damals noch umgab, an die Stadtmauer heran. Die Nacht vom 15. auf den 16. Januar 1902 blieb dunkel, denn der Fastenmonat Ramadan war gerade vorüber und der Neumond noch sehr schwach.

Die Männer kletterten über die bröckelnde Mauer, sprangen in die Stadt hinunter und schlichen zur Festung Masmak. Von ihr aus hatte die Familie Saud bis 1883 geherrscht. Jetzt schlief Ibn Adschlan, der Gouverneur der al-Raschids, zur Sicherheit hinter den Burgmauern. Gleich gegenüber lag das Haus seiner Familie, und daran schloss sich ein weiterer Bau an. Darin lebten noch alte Diener der Sauds. Das war das Netzwerk, das die Männer aus der Dunkelheit ansteuerten.

Die Diener zeigten ihnen den Weg über das Dach in das Haus des Gouverneurs.

Aus den vergitterten Fenstern beobachteten die Eindringlinge das Tor der Festung, während sie Koranverse beteten. Eine halbe Stunde nach Sonnenaufgang trat der Gouverneur mit seinen bewaffneten Männern aus der niedrigen Pforte, um bei seinen Frauen Kaffee zu trinken. Doch aus seinem Haus stürmten ihm die Männer mit kurzen Speeren, Pistolen und Krummdolchen entgegen. Ibn Adschlan fiel im Gemetzel.

Bald nach Sonnenaufgang erschien der Anführer des Trupps mit dem Ruf "Al Saud!" auf den Zinnen der Lehmburg. Er warf den abgeschlagenen Kopf des Gouverneurs in die aufgeschreckte Menge. Die aber schlug sich schnell auf seine Seite. Der Mann in Siegerpose, über 1,90 Meter groß, war Abd al-Aziz Ibn Abdal Rahman Ibn Saud - der Sohn des vertriebenen Herrschers von Riad.

Nur 21 Jahre alt, hatte der Feuerkopf mit anderen Familienmitgliedern und ein paar Sklaven die Residenz zurückerobert. Als König Ibn Saud brachte er später Saudi-Arabien auf die Weltbühne.

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Heute, genau ein Jahrhundert später, liegt die Lehmfestung Masmak als fast unauffindbares Museum in der Altstadt von Riad. Ihre Türme, die einst den Karawanen schon von ferne am Horizont erschienen, wirken geduckt zwischen Highways und Riesen aus Stahlbeton und Glas. Damals aber sah der junge Abd al-Aziz, den die westliche Welt später zur Vereinfachung Ibn Saud nannte, von den Zinnen auf eine Stadt hinunter, die im ganzen 19. Jahrhundert nur drei Europäer - Engländer, wer sonst - erreicht hatten. Die Kolonialmächte expandierten in fruchtbarere Regionen. Als Ibn Saud, der in drei Jahrzehnten rastloser Gefechte die arabische Halbinsel wiedergewann, 1913 den Türken die Provinz al-Haza entriss, konnte er noch nicht ahnen, dass er unvorstellbaren Reichtum unter seinen Füßen hatte. Und dass diese Springquellen, die im März 1938 emporschossen, sein Land auch zur Pilgerstätte der Ungläubigen machen würden.

Mit dem Haus Saud kehrte damals die Lehre des Abdul Wahhab zurück. Ibn Saud war der neue Imam, dem sich die Glaubenskämpfer anfangs in fanatischer Treue verschrieben. 500 Kilometer nördlich von Riad bildete sich 1912 eine Bewegung, die mit der Zeit ähnlichen Schrecken und Terror verbreitete wie mehr als ein Menschenalter später die Taliban. Ein kleines Dorf namens Artawija zog immer mehr Männer an, die ihr wenig frommes Nomadendasein gegen ein Leben in militantem Islamismus tauschten, die ihre Kamele und Schafe für den Koran, den Pflug und das Schwert weggaben. Die Bekehrungsbewegung nannte sich Ikhwan, Brüder.

Ibn Saud stellte sich bald selbst an die Spitze der Erweckungsgemeinden, um die Glaubenswächter lieber einzuspannen als auszugrenzen. Er tat, was die heutigen saudischen Prinzen auch versucht haben - nur war er von anderer Statur. Harold Dickson, der damalige britische Gesandte in Bahrain, schrieb in seinen Erinnerungen, dass er Ibn Saud seine Besorgnisse über den Ikhwan vorgetragen habe. "Ach Dickson", antwortete der, "keine Angst! Ich bin der Ikhwan, sonst niemand."

In ihren Feldzügen waren die Soldaten des Ikhwan ähnlich erfolgreich wie die Taliban im afghanischen Bürgerkrieg. "Ich sah", beschrieb Hafis Wahba in seinem Buch Arabian Days, "wie sie sich ohne die geringste Todesangst auf ihre Feinde stürzten, gleichgültig, wie viele von ihnen fallen würden ...

Normalerweise kennen sie keine Gnade und verschonen weder Junge noch Alte - wahre Todesboten, deren Hand niemand entkommt."

Versöhnung durch Vermählung

Doch sie bedrohten nicht nur den Feind. Sie töteten nicht nur Christen. Sie richteten auch Muslime hin, die den Koran nicht korrekt zitiert hatten. Wer den Gebetsruf versäumte, den traktierten sie mit Peitschen. Als die Ikhwan-Truppen 1924 Mekka für das Haus Saud zurückeroberten, zerschlugen sie Porträts und Musikinstrumente und zerstörten Gräber von Heiligen als Götzendienst - die Taliban taten es ihnen jüngst nach, als sie die Buddhastatuen in Zentralafghanistan sprengten.

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Der Ikhwan führte zur inneren und äußeren Bedrohung des neuen Staates.

Während Ibn Saud alle militärischen Zusammenstöße mit den Briten zu vermeiden trachtete, dehnten die Glaubenskrieger ihre blutigen Streifzüge in das transjordanische und irakische Mandatsgebiet der Engländer aus und fielen in Kuwait ein. Ihre Bewegung konnte ohne neue Dschihads nicht weiterexistieren - auch darin sind die heutigen Gotteskrieger Wiedergänger des Ikhwan. Ibn Saud handelte. Mit einer neuen Armee aus Städtern und einem loyalen Beduinenstamm überrannte er die Wüstenzelte der überraschten Fundamentalistenheere. Der Ikhwan verschwand für 50 Jahre von der politischen Landkarte. Aber er sollte sich zurückmelden. Wieder aus Saudiarabien.

Ibn Saud folgte dem Propheten - in Krieg und Frieden. Mohammed hatte einst viele Ehen geschlossen, um die zersplitterte arabische Welt zu einen. Der neue Herrscher der al Saud tat es ihm nach. Ibn Saud sicherte seine Eroberungen durch ein Netz von Heiraten. Die Mutter des heutigen Kronprinzen Abdallah war die Witwe eines seiner Todfeinde. "Er war der erste Führer in den Wüsten der arabischen Halbinsel", resümierten David Holden und Richard Johns in The House of Saud, "dessen Staatskunst gezielt auf Versöhnung und Vergebung gründete."

Als der Stammvater des neuen Königreiches 1953 starb, hinterließ er 44 offizielle Söhne - und damit eines der größten Probleme für den heutigen Staat. Denn um Machtkämpfe unter seinen Sprösslingen zu vermeiden, verfügte Ibn Saud, dass jeweils der nächstälteste Bruder oder Halbbruder den Thron besteigen sollte. Alle Könige, die dem Reichsgründer folgten, waren beziehungsweise sind seine Söhne: die Brüder Saud, Feisal, Khalid, Fahd und auch deren Halbbruder, Kronprinz Abdallah. Noch leben mehr als 20 Söhne Ibn Sauds. König Fahd, den Schlaganfälle seit Jahren amtsunfähig gemacht haben, ist mit 78 Jahren der Älteste - und Prinz Mugrin der Jüngste mit 57. Die Erbfolge blockiert den Generationswechsel und erhöht die nach außen verborgenen Spannungen in dem auf fast 30 000 Mitglieder angewachsenen Königshaus. Die traditionsgebundene Gerontokratie erinnert an das Ende der Breschnew-Ära in der Sowjetunion.

Doch damit enden bereits die Parallelen zwischen dem Aufstieg der beiden Mächte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Im Gegensatz zu Stalin konsolidierten Ibn Saud und sein zweiter Nachfolger König Feisal das neue Reich - trotz Scharia - ohne Massenterror. Der während seiner Amtszeit spartanische Feisal setzte vorsichtige Wirtschaftsreformen gegen die Stammeshäuptlinge durch. Weil der streng konservative Herrscher gebildet wie ein Religionsgelehrter war, konnte er manches durchsetzen, was den islamischen Wächtern als Blendwerk des Satans erschien. 1936 meldete sich die erste Frauenstimme über Radio Mekka. Religiöse Führer stürzten zu Feisal. Der erinnerte die Geistlichen an den Propheten: Mohammed selbst habe nicht verheimlicht, dass er von der Stimme der Dichterin Al Chamsa bezaubert gewesen sei.

Saudi-Arabiens Außenpolitik gewann Profil, als Ägyptens Präsident Nasser - der große arabischnationale und säkulare Gegenspieler des Königreichs - 1967 von den Israelis im Nahostkrieg verheerend geschlagen wurde. König Feisal konterte den arabischen Nationalismus mit der islamischen Mission. Dabei tat er - um die Fundamentalisten zu besänftigen - des Guten zu viel. Die saudischen Universitäten wurden zum Ort der islamistischen Opposition gegen das weltliche Nasser-Regime. Der Ölpreisboom der siebziger Jahre tat ein Übriges. Er brachte vieles ins Land, das den Purismus islamischer Studenten noch förderte: Drogen aus dem Osten, Spirituosen aus dem Westen und Prostituierte aus dem Süden. Nicht wenige Prinzen waren die besten Kunden.

Alles, was sich aufgestaut hatte, brach im Jahr 1979 über das Königreich herein. Zuerst stürzte die islamische Volksrevolution den Schah. Die USA verloren ihre engen Vertrauten und umarmten Saudi-Arabien nun als wichtigsten Verbündeten der Region. Das sunnitische Königshaus musste die schiitischen Propagandisten Khomeinis fürchten. Sie waren aus wahhabitischer Sicht nur irregeleitete Haufen. Doch einer dieser Haufen, der größte iranische Pilgerzug aller Zeiten, bewegte sich im November auf Mekka zu. Massive Sicherheitsvorkehrungen wurden getroffen - aber sie konzentrierten sich auf die Falschen.

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Es geschah am 20. November 1979, dem muslimischen Neujahrstag. Zehntausende Mekkapilger drängten sich im Hof der Großen Moschee um den schwarzen Meteoriten. Der Imam hatte gerade die Zeremonie des Frühmorgengebets beendet, als er zur Seite gestoßen wurde. Männer mit Maschinenpistolen und roten Armbinden kaperten den heiligsten Ort aller Muslime. Sie erschossen Altardiener und Pilger

Wallfahrer wurden in der Panik zu Tode getrampelt.

Es waren rund 200 fanatische Gotteskrieger, die überwiegende Mehrheit Saudi-Araber. Zwei Wochen lang schossen sie aus der Moschee auf alles, was sich bewegte. Schließlich gelang es den Sicherheitskräften - mithilfe einer Spezialeinheit französischer Gendarmen und deren Nervengas -, die Attentäter zu überwältigen. Die getöteten Pilger hatten während der ganzen Zeit unbestattet im Hof gelegen.

Jener 20. November brachte die Wiederkehr des Ikhwan. Die Fanatiker hatten ihre wirre Kraft neuerlich aus der aggressiven Frömmigkeit der Wahhabiten bezogen. Wie der Ikhwan, auf den sich die Terroristen beriefen, lehnten sie alle Erfindungen der Technik als Satanswerk ab - vom Telefon bis zum Fernsehen. Wie später Osama bin Laden warfen sie dem Königshaus vor, die Ungläubigen ins Land geholt und den Islam verraten zu haben.

Für die meisten Muslime war der Frevel auf dem Höhepunkt der Pilgerzeit so schrecklich und unfasslich wie heute der 11. September für die westliche Welt. Am schlimmsten hatte es das Haus Saud getroffen. Seine Legitimität beruhte auf der selbst gewählten Rolle als Hüter der Heiligen Stätten. Das Vertrauen in die Dynastie war tief erschüttert.

Am Ende des saudischen Schreckensjahres 1979 marschierten die Sowjets in Afghanistan ein. Die schwer belasteten Prinzen sahen die Chance, ihren Einsatz für den rechten Glauben wieder zu beweisen. Mehr als zehntausend Saudi-Arabier aus fast allen Schichten folgten dem Aufruf der Moscheen zum Einsatz am Hindukusch. Milliarden flossen aus den königlichen Schatullen, aus Geldsammlungen und Stiftungen. Osama bin Laden führte und finanzierte zu jener Zeit die arabischen Kämpfer und deren erste Ausbildungslager.

Bin Laden wird ausgebürgert

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Nach Abzug der Sowjettruppen aus Afghanistan 1989 kehrten tausende Glaubenskrieger in das Königreich zurück. Bin Laden gründete Stiftungen zu ihrer Betreuung. Nach Saddam Husseins Überfall auf Kuwait schlug er den Prinzen vor, seine Kriegsveteranen für eine Abwehrfront gegen den Irak zu mobilisieren. König Khalid aber holte die amerikanischen Truppen ins Land.

Der allmähliche Aufmarsch von einer halben Million US-Soldaten im Lande der Wahhabiten löste nicht nur unter der Strenggläubigen Schockwellen aus. Welch eine Verderbnis der Sitten musste die traditionsgebundene Bevölkerung mitansehen: Frauen ohne Schleier, mit Kampfstiefeln und MP

Farbige, vor denen hellhäutige Soldaten strammstanden, wo doch Saudi-Arabien erst 1962 die Sklaverei abgeschafft hatte

Juden, die sonst höchstens im Interesse der Prinzen einreisen durften und dann in den Visa als "Protestanten" firmierten

Geistliche anderer Religionen, die in Saudi-Arabien verboten sind

schließlich Journalisten, die sonst nur in Ausnahmefällen einreisen dürfen.

Aber schlimmer noch war der verletzte Stolz. Über Jahre hatte die Führung dem Westen für Superwaffen vom Feinsten und Teuersten seine Ölmilliarden hingeblättert. Nun, bei der ersten Bedrohung, mussten die Söhne der heldenhaften Wüstenkrieger die Yankees ins Land holen. So jedenfalls sahen es die Wahhabiten, so predigte Osama bin Laden. Das Königshaus bürgerte den so lange willkommenen Sohn seines einstigen Baumeisters aus. Auch die alte Allianz zwischen der Dynastie und der Geistlichkeit bekam Risse. Extremisten schlugen zu. 1995 kamen bei einem Sprengstoffanschlag in Riad fünf Amerikaner und zwei Inder ums Leben. In der ostsaudischen Stadt al-Khobar zerstörten 2500 Kilo Plastiksprengstoff 1996 einen Wohnturm für US-Luftwaffensoldaten.

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19 Amerikaner starben, 372 wurden verletzt.

Besteht die Gefahr, dass Saudi-Arabien zur Revolution gebombt wird, dass die Massen nach bin Laden rufen? Wie sieht es im Lande aus? Der Ölpreisboom der siebziger Jahre ist längst Legende, das Pro-Kopf-Einkommen nur noch halb so hoch wie 1981, die Preise selbst für Benzin steigen, der Wohlstand der Mittelschicht schrumpft. Viele junge Saudis finden keinen Job, weil ihre Qualifikation und Einsatzbereitschaft geringer sind als die der jemenitischen Bauarbeiter, der indischen Taxifahrer und der philippinischen Kellner. Zu viele Studenten promovieren über den Islam und sind für Bankwesen, Management oder technische Berufe untauglich.

Die Zeit drängt - aber sie bleibt auch wieder mit jedem Gebetsruf stehen.

Basare und Büros schließen dann, Kinos und Discos gibt es ohnehin nicht. Das Handy ist allen erlaubt. Als es ein saudischer Offizier zu Beginn des Jahres auf einem Inlandflug benutzte, wurde er bestraft - mit 70 Stockhieben. Im Krankenhaus von Medina wurde dem Ägypter Mohammed Abdelmooti mit modernster medizinischer Versorgung das linke Auge herausoperiert. Die Ärzte vollstreckten damit ein Urteil, das ein Gericht frei nach dem Alten Testament gefällt hatte, auf das sich ein Koranvers direkt bezieht: "Leben um Leben, Auge um Auge ...". Der Ägypter hatte einem Landsmann Salzsäure ins Gesicht gespritzt, der daraufhin auf dem linken Auge erblindet war.

Die Widersprüche zwischen westlichem Technikimport und Wüstenmoral werden immer krasser. Frauen dürfen noch immer nicht Auto fahren, müssen in separate Bankfilialen gehen, sind in der Öffentlichkeit kaum und nur verschleiert sichtbar. Doch Tausende ausländischer Chauffeure fahren sie herum, alle Mädchen besuchen die Schule, die Mehrzahl der 170 000 Studenten sind junge Frauen. Einige wenige, immerhin, stoßen in die Wirtschaft und Finanzwelt vor.

Unter einer Taliban-Herrschaft wäre das undenkbar.

Die Männer in den Cafés oder in den abends geöffneten, clubartigen Restaurants nippen an Cappuccinos oder trinken Saudi-Champagner, eine mit Minze versetzte Apfelschorle. Sie sehen dabei gerne auf die vielen TV-Geräte ringsum - das Fernsehen hatte König Feisal 1965 gegen den erbitterten Widerstand der militanten Islamisten durchgesetzt. Vor dem 11. September liefen vorzugsweise die etwas offenherzigeren libanesischen Programme. Jetzt interessieren die Männer nur noch die aktuellen Informationen. Nicht dass sie alle bin Laden ihr Land anvertrauen würden. Doch als Staatsfeind der Amerikaner gehört ihm die uneingeschränkte Sympathie.

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Weitere Informationen im Internet:

www.zeit.de/2001/47/saudiarabien