DIE ZEIT: Herr Professor Hellwig, in den vergangenen Jahren häuften sich die Großfusionen. Droht Gefahr für den Wettbewerb?

Martin Hellwig: So allgemein kann man das nicht sagen. Es kommt auf den einzelnen Fall und die Branche an. Im Finanzsektor zum Beispiel ist der Wettbewerb bisher nicht beschädigt worden.

ZEIT: Entstehen da nicht gewaltige Machtzentren?

Hellwig: Die Fusionen im Finanzsektor sind selbst eine Reaktion darauf, dass der Wettbewerb intensiver geworden ist, unter anderem wegen der Revolution der Kommunikationstechniken und der Internationalisierung des Finanzwesens.

ZEIT: Regieren die fusionierten Banken und Versicherungen mit ihren Beteiligungen nicht noch mehr in die Unternehmen hinein?

Hellwig: Der Beteiligungsbesitz der Banken spielt eine geringere Rolle, als gemeinhin geglaubt wird. Er ist deutlich kleiner als der Beteiligungsbesitz von anderen Unternehmen oder von privaten Großaktionären. Für die Beziehungen zwischen Banken und Wirtschaft sind das Kreditgeschäft und die Vertretung in den Aufsichtsräten wichtiger.

ZEIT: Nicht auch die Depotstimmrechte?