Aber im Ernst: Was hätte denn der Generalsekretär Meyer erst über die Grünen gesagt und geschimpft, wenn sowohl die Joints als auch das Nein zum Krieg echt grün gewesen wären? Der Heuchler!

Und erst recht im Ernst: Die grüne Partei hat sich über eine Schwelle gehangelt - und zunächst gerettet, als Koalitionspartner. Wenn Otto Graf Lambsdorff vorweg schon lästerte, um des Machterhalts willen würden die Grünen auch im Panzer bis nach Kabul fahren, so scheint er auf den ersten Blick also Recht zu behalten Aber bis nach Kabul? Die Debatte wird aufs Neue aufbrechen, wenn irgendwo - etwa in Somalia - deutsche Soldaten angefordert werden und sich herausstellt, dass das bisher durch den Bundestag formulierte Mandat nicht ausreicht. Oder der Streit darüber ausbricht, ob das Mandat ausreicht - siehe die ersten Anzeichen in den jüngsten Äußerungen von Wolfgang Schäuble.

Dieses Hängen und Würgen in der grünen Regierungspartei erinnert doch sehr an die makabre Geschichte von dem einfältigen Mann, der sich immer wieder mit dem Hammer auf den Daumen haut. Weshalb denn? Es sei so schön, wenn der Schmerz nachlässt… Nach solchen nachlassenden Qualen kann man offenbar süchtig werden, wie nach einem richtigen Joint.

P.S.: Ich muss mich einmal bei all jenen bedanken, die auf diese Kolumnen mit Anregungen, Kritik und Zustimmung reagieren, Merci vielmals! Alles wird sorgfältig gelesen und aufgenommen. Aber nun kommt es zum embarras de richesse, zur Verlegenheit des Reichtums: Weil es so erfreulich viele sind, komme ich einfach nicht dazu, allen einzeln zu danken. Deshalb hier: Einen herzlichen Dank! Und eine Bitte um Nachsicht…

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