Die von den Medien und der Regierung zu einer "großen Schlacht" hochstilisierte Vertrauensfrage war in Wirklichkeit eine Disziplinierungsmaßnahme der grünen Partei. Was ist das Ergebnis? Herr Schröder hat Führungskompetenz bewiesen, und der Koalitionspartner sitzt jetzt zu Füßen des Kanzlers und darf sich weiter an dem Feuer der Macht wärmen.

Sebastian Müller

Bundeskanzler Schröder hat die richtige Entscheidung getroffen: Ohne eigene, sichere Parlamentsmehrheit regiert es sich mühsam bis gar nicht.

Die Grünen haben in meinen Augen nur bewiesen, dass sie eine marktschreierische Oppositionspartei, aber eine schwache Koalitionspartei sind. Das Pulver der Grünen ist verschossen, und sie sollten in die Opposition - zur Regeneration und zur Analyse des eigenen Vorgehens. Eine liberale Handschrift indes würde sicher nicht nur politischer Handlungsfähigkeit, sondern auch wesentlichen gegenwärtigen Kernfragen gut tun.

T. Kuhn

Die Schlacht ist geschlagen und wie immer nach geschlagenen Schlachten: Übrig bleiben - moralische - Trümmerhaufen.

Das Zustandekommen des Abstimmungsergebnisses der Vertrauensfrage gibt zu höchstem Misstrauen Anlass: Frau Vollmer sagt, ihr Ja sei eigentlich ein Nein, und qualifiziert diese eingestandene Lüge als "strategische Meisterleistung".