Der Kontrabass ist das einzige Instrument, das man umso besser hört, je weiter man davon entfernt ist, lässt Autor Patrick Süskind seinen Kontrabass-Spieler sagen. Ein armes, kleines Achgottchen, mit Großstadtneurose und der Würde tiefer Töne. Wir, die Kontrabassisten, sind die Zerberusse an den Katakomben des Nichts. Man möchte nicht Kontrabass spielen. Doch, sagt Frank Lehmann, Kontrabass hat was. Den braucht man.

Wenn du keinen Untergrund hast, dann können sie da oben rumflöten, wie sie wollen, es klingt immer spitz und einsam. Und du dann mit deinem Riesenbaby.

Frank Lehmann spielt schon lange keinen Kontrabass mehr. Aber vielleicht den Zerberus an den Katakomben des Nichts?

Lehmann ist Wirtschaftsjournalist. In Frankfurt. Ich leite die gesamte Börsenabteilung der ARD. Früher war er freier Mitarbeiter in der Wirtschaftsredaktion, Leiter des Landesmagazins Hessenschau. Börsenexperte der Sendungen Mittagsmagazin und später Plus Minus. Nebenberuflich moderiert er Karnevalsveranstaltungen und schreibt Börsenkolumnen für die Woche.

Lehmann ist eine Personalunion aus André Kostolany, Heinz Schenk und Hans Meiser. Kein Börsenguru, eher ein Börsenbembel, der mit der Rhetorik einer Frankfurter Blutworscht den Aktienmarkt erklärt: Hausmannskost, kräftig im Geschmack und ein bisschen fettig. Als Fleischersohn ist ihm die Wurst quasi in Fleisch und Blut übergegangen. Worscht, das ist immer noch mein Liebstes sagt er, Rinderwahnsinn gab es für mich nie. Ich hab voll durchgegessen.

Einst war er Komparsenanwärter beim Hessischen Rundfunk. Den jugendlichen Liebhaber, den hab ich schon in der Schule gern gespielt, sagt er, den muss man leidenschaftlich spielen. Durch sein Studium der Betriebswirtschaftslehre blieb ihm die Laufbahn des Romeo verwehrt, der Schlafzimmerblick wurde durch einen flinken 180-Grad-Augen-Radius ersetzt.

Lehmann sitzt in keiner Kantine, ohne dass er nicht blickt, grüßt, fragt, lacht.