Seine jüdischen Vorfahren stammten aus den tschechoslowakischen Kronländern.

In seiner Familie gab es Bader, Chirurgen, Ärzte, Offiziere und erfolgreiche Unternehmer. Zu diesen zählte ein Arzt, der nach einer Erkrankung seinen Beruf nicht mehr ausüben konnte und der auf die Idee kam, sein Geld mit der Herstellung von Branntwein zu verdienen. Da die jüdischen Dienstboten am Sabbat nicht arbeiten durften, er aber den Brennofen nicht ausgehen lassen konnte, bat er den Kaiser um die Erlaubnis, christliche Dienstboten haben zu dürfen: In allertiefster Ehrfurcht waget es der Gefertigte, vor dem höchsten Throne Euerer Kaiser Königlichen Majestaet seine Bitte zu unterbraiten, indem er als getreuester Unthertan wegen zu befürchtender Erwerbslosigkeit hiezu bemüssigt ist, so begann er seinen Bittbrief. Der Kaiser stimmte zu. Dies war die Grundlage für den späteren Reichtum der Familie. Der Großvater erweiterte den Betrieb und gründete eine Konservenfabrik, die bald zu den größten Europas gehörte.

Der Enkel, um den es hier geht, schlug einen anderen Weg ein. Er kam gegen Ende des Krieges zur Schule, als die Erwachsenen damit beschäftigt waren, das Nötigste zu beschaffen. Er schloss sich einer Kinderbande an und ließ sich dazu überreden, zu Hause Zucker zu stehlen. Das kam heraus, die Köchin legte ihn übers Knie und gab ihm eine ordentliche Tracht Prügel.

Das Gymnasium, eine so genannte Bundeserziehungsanstalt, war ihm zuwider.

Alles in dieser Anstalt roch nach dem Kaiser. Die schwarz-gelben Bettdecken mit dem aufgenähten Doppeladler mußten immer genau in der Mitte liegen, sonst kam der Präfekt, riß die Decke vom Bett, und alles fing wieder von vorn an.

Es war sehr schwierig, die Adler exakt in die Mitte zu bekommen, weil die Betten sehr dicht beieinander standen. So hat man sich furchtbar damit abgemüht ... Um 6 Uhr mußten wir aufstehen und im Hof zum Frühturnen antreten.

Oben im ersten Stock stand der Präfekt in der kurzen Jacke der Dragoner und gab in forschem Ton die Befehle ...