Die kleine Schmidt-Bank wird gerade noch von einem Bankenkonsortium gerettet, die große DZ Bank muss schon ihre letzten Reserven zusammenkratzen, um die Ausfälle im Kreditgeschäft abzuwenden. Zwei Fälle, die die Bankenaufsicht in Atem halten - sie sind beispielhaft. Beide Häuser stolperten über zu lax gewährte Kredite an den Mittelstand. Gut möglich, dass bald schon weitere Horrormeldungen über Schieflagen deutscher Banken folgen.

Nun rächt sich, dass die Verantwortlichen bei der Vergabe von Krediten zu wenig auf die Bonität ihrer Schuldner geachtet haben. Vor allem bei den traditionellen Geldgebern des Mittelstands, Sparkassen und Genossenschaftsbanken, wird es eng. Während sich die privaten Geschäftsbanken mehr und mehr aus dem Kreditgeschäft zurückziehen, haben Sparkassen und Genossenschaftsbanken munter Geld zu Standardkonditionen verliehen, ganz gleich, wer anklopfte.

Das Problem der Banken: Im Gegensatz zu früher nehmen sie das Geld, das sie ausgeben, nicht mehr so günstig ein. Solange das Sparbuch weit verbreitet war, gab es damit keine Probleme - die Kunden gaben Geld und wurden dafür mit mickrigen Zinsen entlohnt. Heute kaufen die Anleger lieber Aktien oder wollen zumindest höhere Zinsen. Kein Wunder, dass die Zinsmarge - also die Differenz zwischen ver- und geliehenem Geld - sinkt. Für das vergangene Jahr errechnete die Bundesbank im Durchschnitt die geringste je gemessene Marge von 1,15 Prozent.

Dennoch wäre es fahrlässig, heute schon eine Bankenkrise zu prophezeien.

Dafür ist das System zu stabil, die Aufsicht zu wachsam. Mühsam wird das Leben aber für den Mittelstand. Die Kredite werden teuer, und zwar deutlich.