Frédéric Beigbeder: Memoiren eines Sohnes aus schlechtem Hause. Roman

aus dem Französischen von Brigitte Grosse

Rowohlt Verlag, Reinbek 2001

95 S., 19,50 DM

Seit dem 11. September unterscheidet man zwischen der Welt davor und jener danach. Davor war die Gesellschaft eine spaßige, jetzt versucht sie sich als spießige und besinnt sich auf die traditionellen Werte Gott-Familie-Vaterland. Dieser Roman hat das Pech, aus verflossenen Fun-Zeiten zu stammen und ziemlich deplatziert zu wirken, nun, da jedes Kind beim Anblick von Puderzucker an Milzbrand und bei Autos im Parkverbot an bin Laden denkt.

Die Memoiren eines Sohnes aus schlechtem Hause, im Original 1990 erschienen, bilden Frédéric Beigbeders autobiografisch gefärbten Erstling. Schon der Titel, eine Anspielung auf Simone de Beauvoirs Memoiren einer Tochter aus gutem Hause, deutet an, dass es sich hier um ein ironisches Werk handelt.

Ironie galt Ende des 20. Jahrhunderts als Ausdruck eines Lebensgefühls.