Das Luder hat im Jahr 2001 herausragende alltagssprachliche Bedeutung erlangt und wird gewiss zu den "Wörtern des Jahres" zählen. Es stammt aus dem Mittelhochdeutschen und bedeutet "Lockspeise" (luoder)

gemeint war Aas zum Anlocken (Anludern) von Raubwild. Das Luder wurde am Luderplatz oder im Luderschacht deponiert

das Raubwild sprang in den Luderschacht, eine Erdröhre, und konnte bequem gefangen oder abgeschossen werden.

Luder hieß also einmal totes Fleisch. Heute bedeutet es: weibliches Fleisch, das sich tot, nämlich dumm, stellt. Fleisch, das männliches Raubwild anlockt.

Als Luderschächte fungieren die Medien. Als Luderplätze dienen etwa die Sofas der Show Wetten, dass ...? sowie der Schoß eines gewissen Bohlen.

Früher hieß das Luder "Partygirl", und sein Lebensraum war auf ein paar Oasen begrenzt

man fand es in der Nähe von Pools, Sektkübeln und altem Geld. Sein Leben war ein fieberhaftes Hin und Her zwischen solchen Oasen. Heute entscheidet das Luder selbst, durch pure Anwesenheit, wo Oase und wo Wüste ist. Es bewegt sich kaum noch. Wenn es sein Fleisch auf einem Luderplatz auslegt, nimmt es flugs den Namen dieses Ortes an. Es gibt Boxenluder, Spindluder, Teppichluder, Feld-Wald-und-Wiesen-Luder, Economy-, Business- und Senatoren-Luder.