Die Autorin beschwört die "stille Revolution" herauf. Wer hat die Kraft, im täglichen Familienüberlebenskampf den Druck von unten, den eine Revolution braucht, zu organisieren? Und ein Bündnis für die Familie ist auch nicht in Sicht. Wer hierzulande nicht zu den Besserverdienenden gehört und sich dennoch traut, Kinder in die Welt zu setzen, kann Gott danken, wenn er einen halbwegs sozial eingestellten Chef hat und außerdem im Umgang mit den Behörden die Nerven behält. Gold wert aber sind ein intaktes und verfügbares familiäres Umfeld (sprich: selbstlos agierende Großeltern und Geschwister) sowie Freunde. Und noch dieses zur staatlichen Unterstützung: Rot-Grün trommelt sich stolz wegen der neuen Regelungen zum Erziehungsgeld und zur "Elternzeit" (unterbezahlter Erziehungsurlaub) auf die Brust. Es ist ja auch wirklich nett, wie damit jenen Eltern, die eh am sozialen Abgrund torkeln, ein bisschen unter die Arme gegriffen wird. Für einen hoffnungsvollen Blick in eine familienfreundliche Zukunft reicht das aber nicht aus.

Irina Grabowski Per E-Mail

Das Berufsleben ist oft auch eine Fluchtburg vor den familiären Herausforderungen. Nirgendwo gibt es tiefere emotionale Verletzungen und Prägungen als in der Familie. Viele erkennen das und wollen einfach eine andere Welt. Es müsste mehr getan werden, damit wir lernen, wie man eine attraktive Familie aufbaut. Denn Menschen aus gesunden Familien sind produktiver, ausgeglichener, opferbereiter, solidarischer.

Christoph Rohde Per E-Mail

Eine Anregung: Wieso gibt es noch keine Dienstleister, die für Familien Kindergartenplätze finden beziehungsweise neue organisieren? So bliebe es den Eltern erspart, bei zehn Kindergärten anzufragen. Zugleich könnte so der Bedarf ermittelt werden.

Thomas Holzleitner Konstanz

Wie kann Deutschland das "Unvereinbarkeitsproblem" lösen? Reicht der Aufruf an die Betriebe, familienfreundlicher zu werden? Wahrscheinlich nicht. Ein Blick in die skandinavischen Länder mit ihren hohen Geburtenraten zeigt, dass durch den Willen zum politischen Handeln und zu staatlichen Regulierungen große Erfolge erzielt werden können: Schweden hat gesetzliche Vorschriften getroffen, die die Familienfreundlichkeit der Betriebe erhöhen. Gleichzeitig wurde viel in den Ausbau der, primär staatlichen, Kinderbetreuungseinrichtungen investiert.