Eine der beliebtesten Quälereien für Medizinjournalisten besteht aus einer einfachen Frage: "Kannst du mir ein gutes Krankenhaus empfehlen?" Sorgenvoll die Augen, groß das Problem und noch größer die Bestürzung, wenn dann nur Achselzucken folgt. Was soll man raten? Ad hoc einen fähigen Stammzellforscher benennen, kein Problem. Auch ein ausgesuchter Spezialist für die rektale Untersuchung nach der Radiotherapie bei Prostatakarzinom ist schnell gefunden.

Es soll aber nur ein schlichter Hüftaustausch sein? Dafür müsste sich der Journalist nächtelang mit spitzen Ohren auf Medizinerpartys herumtreiben, müsste auf Kongressen Experten in Augenschein nehmen. Um dann schließlich doch zu entscheiden wie jeder Laie, nämlich aus dem Bauch.

Dabei ist gerade der Hüftersatz eine kitzlige Bastelei. In der Regel hält so eine Prothese 15 Jahre und muss dann ausgetauscht werden. Schlecht, wenn man noch jung ist und jedes Jahr Haltbarkeit wichtig ist. Doch wer verrät einem schon die Daten über durchgeführte Operationen oder gar Fehlerquoten? In Deutschlands öffentlichen Kliniken niemand.

Bleibt die nicht unbegründete Hoffnung, dass im neuen Wettbewerb zwischen den Krankenhäusern einige ihre Zahlen selbst offen legen. So etwas gibt es. Die kommerziell wirtschaftende Helios Kliniken Gruppe hat kürzlich ihren Jahresbericht verbreitet. Dort kann der informationshungrige Patient nachlesen, wie gut oder schlecht die angeschlossenen Hospitäler im Vergleich arbeiten. Im Jahr 2000 frästen die Chirurgen dort 2938-mal Löcher für Hüftprothesen. Siebenmal hat ein Patient den Eingriff nicht überlebt, dabei wären in Deutschland bei vergleichbarer OP-Zahl 29,5 Tote zu erwarten gewesen. À la bonne heure! Über Langzeitprognosen aber schweigt Helios.