Auf der Suche nach Einnahmequellen bei der neuen und teuren Mobilfunktechnik UMTS setzten viele bislang darauf, dass der Spaßfaktor dem Geschäft einen kräftigen Push geben könnte. Die Begeisterung, mit der vor allem die junge Generation schon heute SMS via Handys verschickt, lässt jedenfalls vermuten, dass demnächst Spiele zum Renner bei den Jugendlichen werden könnten. Auf der jüngsten Euroforum-Tagung, die den Telecom-Trends 2002 nachspürte, erhielt diese Hoffnung allerdings einen Dämpfer.

Weil er es etwas genauer wissen wollte, ließ Harald Wulfken, Marketing-Manager bei der deutschen Dependance des amerikanischen Softwarehauses Oracle, die Marktchancen für UMTS-Anwendungen ausloten. Die Nutzung von Spielen, so das ernüchternde Ergebnis, wird derzeit stark überschätzt. Aber auch Dienstleistungen von Versicherungen erfreuen sich danach keiner allzu großen Nachfrage. Verkehrsinformationen und Routing haben hingegen schon bessere Chancen bei den potenziellen Kunden. "Je konkreter die Nutzer erfahren können, was via Handy geht, umso schneller bilden sie sich ihre Meinung", sagt Wulfken. Eine Videoübertragung beispielsweise löse regelmäßig zustimmende Verblüffung aus.

Pech nur, dass man nicht testen kann, was es noch gar nicht gibt - weil die Ideen bislang nur in den Köpfen fantasievoller Dienste-Erfinder existieren.

Deshalb ist die Erkenntnis von Marktforschern derzeit noch von begrenztem Wert. Sie werden noch längere Zeit mit der Stange im Nebel stochern müssen.