Mr. McLaren, was war Punk damals, als alles anfing?

Das Wichtigste war, dass sich plötzlich jeder ausdrücken konnte und damit praktisch ein Künstler war. Punk erlaubte denen, die keine besonderen Fähigkeiten hatten und unbeachtet am Rand der Gesellschaft lebten, einen revolutionären Aufschrei. Hässlichkeit, Dilettantismus und Verantwortungslosigkeit wurden Merkmale einer neuen Generation, die wichtig sein wollte.

Was war der Kern der Rebellion?

Der Star wurde durch den Fan ersetzt. Mir gefiel schon früh die Idee, die Hoffnungslosen besonders arm aussehen zu lassen - das wirkte ehrlich und gleichzeitig schockierend. Zum anderen wollte ich das Schlechte ins Gute wenden, da das Gute immer so schrecklich langweilig aussah. Punk sollte meinen Lebenstraum als Teenager erfüllen: immer wild sein und niemals ein normales Leben führen! Um das ausleben zu können, musste ich dieses neue Territorium erfinden: Punk.

Sobald ein neuer Star geschaffen war, wollte ich ihn auch wieder zerstören.

Denn das erzeugte wieder neue Aggression und damit künstlerische Energie. Das war ungemein wichtig. Ein Kind zerstört ja auch seine Spielsachen, um herauszufinden, wie sie gemacht sind. Destruktion ist eine Grundlage von Kreativität.

Was waren die wichtigen Slogans?