Es gab in der vergangenen Woche drei bemerkenswerte Neuigkeiten, welche die Frankfurter Allgemeine Zeitung betrafen. Erstens: Das FAZ Business Radio in Berlin kauft ab sofort Auslandskompetenz bei der Deutschen Welle. Eine Partnerschaft, die gut zu uns passt, kommentiert Thomas Reckermann, stellvertretender Chefredakteur des FAZ-Radios. Beide Sender werden einmal pro Monat eine außenpolitische Diskussion produzieren - und sich die Kosten teilen. Das gab es noch nie!, heißt es bei der Deutschen Welle. In der Tat: Bislang kamen die Frankfurter fast immer ohne Partner aus. Damit zu zweitens: Die FAZ stellt ab 2002 ihre vom Feuilleton verantwortete Tiefdruckbeilage Bilder und Zeiten ein. Die Stimmung in der Frankfurter Redaktion schwankte nach der Verkündung zwischen Depression und Empörung. Aus der Berliner Feuilleton-Redaktion der Sonntagszeitung wurden ähnliche Sentiments nicht kolportiert. Die Branche reagierte behutsam: Für Bestürzung besteht aller, für Häme nicht der geringste Anlass. Nun zur dritten und wichtigsten Nachricht: Die - jedenfalls ökonomisch - bisher in himmlischen Sphären operierende FAZ ist auf der Erde angekommen. Der Beschluss, das hoch reputierte Produkt einzustellen, folgte den Gesetzen der Ökonomie. Erstmals wird ein integraler Teil der Zeitung geopfert - gefertigt aus der Mitte der Redaktion. Früher hieß es in Frankfurt, die Redaktion halte sich einen Verlag zum Zwecke des eigenen Wohlergehens. Das kann man so wohl nicht mehr sagen.

Willkommen in der Wirklichkeit!