Prof. Dr. Marcus Schwaiger, Direktor der Nuklearmedizinischen Klinik der TU München, stellte die Möglichkeiten der Positronen-Emissions-Tomographie (PET) vor. Mit Strahlenteilchen beladene Glukose-Moleküle werden in die Vene des Patienten gespritzt. Ein besonderer Detektor verfolgt dann ihre Reise durch den Körper. Der markierte Zucker fließt im Blut zielstrebig dahin, wo der Energiestoffwechsel am größten ist. Und der ist vor allem bei Krebszellen erhöht: Die bösartigen Geschwüre leuchten heller auf dem Bildschirm. Die Ärzte können dann gezielt Gewebeproben entnehmen oder den Schweregrad des Krebsbefalls einordnen, indem sie die Tochtergeschwülste identifizieren. Ein weiterer Schritt: Die Kombination einer PET mit einem herkömmlichen Computertomogramm. "Dadurch lässt sich die Diagnostik von Tumoren noch weiter verbessern", sagt Schwaiger. Es ermögliche eine besonders präzise Lokalisierung der Krankheitsherde – und das hat nicht nur Vorteile für den Patienten: "Eine gute Diagnostik bedeutet Sparen bei der Therapie", meint Schweiger. Studien zufolge konnte durch die PET in rund einem Drittel der Fälle die Behandlung der Krebskranken frühzeitig optimiert werden.

Prof. Dr. Michael Gebel, Gastroenterologe der Medizinischen Hochschule Hannover und gewählter Präsident der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM), sieht den Ultraschall als eine bessere und billigere Methode als die PET um Tumoren in gewissen Organen aufzuspüren. "Während die PET einen Gesamtüberblick verschafft, kann eine Ultraschalluntersuchung noch präziser einen Tumor in gewissen Organen – zum Beispiel in der Leber – finden", sagt Gebel. Der Ultraschall ermögliche vor allem eine "dynamische" Beurteilung – was besonders bei der Untersuchung von Herzklappen deutlich wird. Die Qualität einer Ultraschall-Beurteilung der verschiedenen Organe kann durch den Einsatz von speziellen Kontrastmitteln gesteigert werden. Dabei handelt es sich um aufgeschüttelte Micro-Luftbläschen, die sich dank einem Trägermolekül aus Milchzucker für eine gewisse Zeit stabil halten. In den Arterien und Venen verstärken sie entsprechend die Signale des Ultraschalls.

Prof. Dr. Karl-Hans Englmeier, Medizininformatiker vom Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit in Neuherberg, beschäftigt sich mit der virtuellen Realität. Aus hunderten von Computertomographie-Bildern, die Schicht für Schicht entstanden sind, konstruiert Englmeier auf seinem Rechner eine dreidimensionale Ansicht. Den Ärzten ermöglicht er damit einen "virtuellen Flug" durch die untersuchten Organe, sodass beispielsweise eine "Darmspiegelung" möglich ist, ohne dass ein Endoskop durchs Gedärm geschoben wurde. Doch Englmeier warnt: "Stuhlreste an der Darmwand kann der Computer fehlerhaft als einen Polypen identifizieren." Deshalb solle diese Methode zunächst nur als Ergänzung zu den herkömmlichen Untersuchungen angewendet werden. Auf jeden Fall hilft der Computer den Radiologen bei der Bewältigung der "Flut von Bildern", indem er sie in eine zusammenhängende Sequenz bringt.

Dr. Gereon R. Fink, Neurologe an der RWTH Aachen und Leiter der Arbeitsgruppe kognitive Neurologie am Forschungszentrum Jülich, ergründet die Aktivität des Gehirns mithilfe der Kernspintomographie. Fink erstellt regelrechte "Hirn-Karten", die zeigen, welche Hirnregion bei welcher Bewegung oder Krankheit beteiligt ist. Doch wie stellt der Neurologe das fest? Wenn das Gehirn Sauerstoff in einem bestimmten Areal aufgrund einer gewissen Bewegung vermehrt verbraucht, verändern die roten Blutkörperchen just in diesem Bereich ihr Magnetsignal – die Kernspintomographie "erkennt" das und zeigt es den Forschern auf dem Bildschirm. "Mit diesen Erkenntnissen können wir zum Beispiel Chirurgen vor einer Hirn-OP besser sagen, wie sie am schonendsten einen Tumor entfernen können", sagt Fink.