Pop ist die Kategorie, mit der Thomas Meinecke gerne bedacht wird. Und tatsächlich: Die Bezeichnung trifft – im weiteren Sinn zumindest. Der 1955 geborene Hamburger ist neben seiner Schriftstellertätigkeit auch als Radio-DJ des BR2-Zündfunks populär. Seine Band "Freiwillige Selbstkontrolle" (FSK) ist mit skurrilen Songs abseits des Mainstream über deutsche Landesgrenzen hinaus bekannt. Ach ja, und als Musikproduzent ist Meinecke ebenfalls tätig.

Seine Band FSK unterstützte den Studenten der Theaterwissenschaften auch bei literarischen Projekten: Im Jahr 1978 gründeten Bandmitglieder die Underground-Zeitung "Mode und Verzweiflung". Dort veröffentlichte Meinecke groteske Zeitgeiststudien, mit denen er später auch als "ZEIT"-Autor bekannt wurde. Der Debütroman des Suhrkamp-Autors Meinecke erschien 1986 unter dem Titel "Mit der Kirche ums Dorf".

Einen ausgeprägten Sprachrhythmus attestieren Kritiker seinen Werken. Mit den Romanen "The Church of John F. Kennedy" (Suhrkamp Verlag, 1996) und "Tomboy" (Suhrkamp Verlag, 1998) wurde er deutschlandweit bekannt. Auszeichnungen ließen nicht lange auf sich warten: Im Jahr 1997 erhielt er den Rheingau-Literaturpreis, der Jungliteratenpreis "Kranich mit Stein" des deutschen Literaturfonds Darmstadt wurde ihm 1998 verliehen.

Meinecke lebt seit 1994 in einem oberbayrischen Dorf; von seiner Heimat Hamburg wollte er den "weitesten Sprung im D-Mark-Geltungsbereich" schaffen.

Links zu Meinecke:

Im "Streifzug durch die junge deutsche Literatur" des Titel-Magazins werden Thomas Meineckes "Literatur-Samples" besprochen.

Rezension von Meineckes "Hellblau" in der ZEIT-Literaturbeilage