Die Veranstaltungsreihe "Alles Pop, oder was" des Hamburger Literaturhauses geht in die dritte Runde: Am Donnerstag, 29. November, lesen ab 20 Uhr zwei Autoren aus eigenen Werken. Thomas Meinecke stellt seinen jüngsten Roman "Hellblau" vor, Eckhart Nickel liest aus seinen Erzählungen "Was ich davon halte".

Einen gründlichen Blick auf die junge Literatur verspricht die auf zwei Jahre angelegte Veranstaltungsreihe des Hauses am Hamburger Schwanenwik 38. Jeden Monat soll ein der Popliteratur zugerechneter Autor auf einen Verfasser gehobener Literatur treffen. Bei der ersten Lesung im September widmeten sich Literaturkritiker der Frage, was denn die Marke "Popliteratur" ausmacht. Die zweite Veranstaltung mit den Autorinnen Jenny Erpenbeck und Tanja Dückers machte vor einem Monat klar, dass die Diskussion über Sinn und Unsinn der Popliteratur kaum mit überzeugenden Argumenten geführt werden kann. Nun treffen mit Thomas Meinecke und Eckhart Nickel wieder zwei unterschiedliche Literaten aufeinander.

Thomas Meinecke überträgt in seinen Büchern die Techniken der Popmusik auf literarische Texte. Kritiker sprechen von einem Sound, der seine Texte durchzieht. Die Erzählung einer Geschichte nach konventionellen Kriterien tritt dabei in den Hintergrund. Mit seinem Roman "Tomboy" (Suhrkamp Verlag), der um die Konstruktion von Geschlechteridentität kreist, wurde er 1998 deutschlandweit bekannt. Im selben Jahr erhielt er den Kranichsteiner Literaturpreis. Sein neuer Roman "Hellblau" (Suhrkamp Verlag, 2001) setzt die ästhetischen Muster von "Tomboy" fort, widmet sich allerdings der Entwicklung ethnischer Identität. Aus den Versatzstücken verschiedener Medien wie E-Mails, Faxe, Platten und Büchern setzt Meinecke ein vielstimmiges Gewebe aus Texten zusammen.

Eckhart Nickel gilt als klassischer Popliterat. Er ist Mitautor des Buches "Tristesse Royale" (Ullstein Verlag, 1999), das bei einem Aufenthalt von fünf jungen Schriftstellern in einem Berliner Luxushotel entstand. In seinen Erzählungen "Was ich davon halte" (Quadriga Verlag, 2000) bleibt der Reisende Eckhart Nickel seinem Ruf als desillusionierter Dandy treu. Er beschreibt eine Welt, die aus Momentaufnahmen, Szenenskizzen und Banalität zu bestehen scheint.

"Alles Pop, oder was"
29. November 2001, 20 Uhr
Hamburger Literaturhaus , großer Saal
Schwanenwik 38

Links zu den Büchern:

Vorstellung von Thomas Meinecke bei Suhrkamp