B E L L E T R I S T I K

Antje Rávic Strubel: Unter Schnee. Roman; dtv, München 2001; 155 S., 24,- DM

Zwei Frauen. Ihre Liebesgeschichte beginnt mit einem Zusammenstoß auf der Skipiste. Was dann geschieht, erfahren wir eher durch das, was nicht gesagt wird. Der Roman besteht aus einem Reigen von Erzählungen. In jeder erzählt eine andere Person, wird eine andere Seite der Geschichte aufgeschlagen, und am Ende sehen wir die Menschen und ihre Schicksale ganz plastisch, obwohl wir gar nicht sehr viel von ihnen erfahren. Strubels Ästhetik ist ökologisch: viel Licht und wenig Sprachverbrauch.

Sonja Ruf: Sprungturm. Roman; Konkursbuch Verlag Claudia Gehrke, Tübingen 2001; 156 S., 24,80 DM

Zwei Frauen. Aber es gibt auch einen Mann. Ist es eine Liebesgeschichte, sind es viele Liebesgeschichten? Eher sind es vielgestaltige Erfahrungen und Begegnungen der sinnlichen Art. Monika wohnt in einem Studentenheim und hat einige Affären. Aber davon scheint sie unberührt. Gerne hängt sie ihren Träumen und Fantasien nach, und ebenso gern folgt man ihnen, weil sie so leicht und schön hingetupft sind.

Jenny Erpenbeck: Katzen haben sieben Leben. Theaterstück; Eichborn Verlag, Berlin 2001; 71 S., 29,81 DM

Zwei Frauen. Aber das ist wirklich keine Liebesgeschichte, sondern ein bizarrer Hader- und Hassdialog mit schönen Bosheiten und seltsamen Verkehrungen. Man könnte ihn unterm Weihnachtsbaum spielen.