Für den Notfall. Am neuen MuseumsQuartier ist für den Wien-Besucher derzeit ohnehin kein Vorbeikommen. Praktischerweise findet er hier auch den ersten und weltweit einzigen Shop der Lomografischen Gesellschaft. Zu kaufen gibt es alle Bestandteile der in Wien gestarteten Bewegung rund um die russische Schnappschusskamera inklusive Unterwäsche mit Lomo-Motiven. Sowie wundervoll Unnötiges für den Geschenknotstandsfall. Die unverzichtbare Hundeschwimmweste etwa oder Drahtgebilde zum Aufziehen, die dann durch die Gegend zittern, hüpfen und rollen und schlichtweg entzückend sind. Lomo-Shop, MuseumsQuartier-Kunsthalle, Mo-So 10-19 Uhr, Do 10-22 Uhr. www.lomo.com

Für die Küche. Einfallslos, möchte man meinen: Ein Geschäft, in dem man nur Essig bekommt? Mitnichten. Einer alten Wiener Essiggurken- und Sauerkrautfamilie entstammend, entdeckte Erwin M. Gegenbauer vor rund 20 Jahren die bis dahin vernachlässigte Kunst des Essigbrauens wieder. Und nachdem das so gut klappte, gibt es heute in dem Stand am Naschmarkt ein Sortiment, das den Laien zur Erkenntnis zwingt, dass es ein Leben nach dem Apfelessig gibt. Quitten, Melonen, Feigen und Johannisbeeren werden ebenso vergoren wie Williamsbirnen, Gurken oder Bärlauch. Wichtig: Nicht mit eingecremten Händen kommen, gekostet wird nämlich direkt vom Handrücken. Wiener Essigbrauerei Gegenbauer, Naschmarkt, Stand 317, Mo-Do 9-18, Fr 8-18, Sa 8-17 Uhr. www.gegenbauer.at

Für den Abend. Und plötzlich fragt man sich, wieso vorher noch niemand auf diese Idee gekommen ist: schöne Dessous und gute Weine in ein und demselben Geschäft zu verkaufen. Für Christina Fieber war die Idee recht nahe liegend - in herkömmlichen Vinotheken wurde ihr zu viel gefachsimpelt, außerdem fand sie diese zu eintönig. Deshalb bekommt man nun bei Wein und Wäsche nicht nur einen Querschnitt durch die österreichische Winzerszene von Tement über Bründlmayer bis Sabathi, sondern auch Textiles von Bernd Berger über Dolce & Gabbana bis Lise Charmel. Das neue Geschäft liegt zwar wieder neben einer kirchlichen Einrichtung, aber inzwischen wird Christina Fieber immerhin nicht mehr in Sonntagspredigten erwähnt. Wein und Wäsche, Lobkowitzplatz 5, Mo-Fr 12.30-19.30, Sa 10-17 Uhr, an Weihnachtssamstagen bis 18 Uhr

Restaurant und Hotel: Wer das Quell ans Ausland verrät, riskiert eigentlich die Ausbürgerung. Trotzdem: klassische Wiener Beislküche in Reinkultur, gern von "typischen" Wienern frequentiert. Quell, Reindorfgasse 19, Tel. 0043-1/893 24 07, Mo-Fr 11-24 Uhr, Hauptgerichte um 16 Mark

Zentraler geht's nicht und wienerischer wohl auch nicht. Der Hauptsitz des Familienunternehmens Pertschy im Palais Cavriani verzaubert schon allein durch den typischen "Pawlatschen"-Innenhof, und mit Glück erwischt man ein Zimmer mit einem wunderschönen alten Kachelofen. Keine Angst, geheizt wird modern. Pension Pertschy, Habsburgergasse 5, Tel. 0043-1/534 49-0, DZ ab 215 Mark. www.pertschy.com